Brennhilfsmittelwerk Sicorwerk Triptis, Betriebsteil Eisenberg, in Eisenberg/Thüringen • Firmengeschichte • Neues Deutschland vom 18.07.1954 (Auszug)

Brennhilfsmittel für lange Reisen durch den Tunnelofen

Triptiser Technologie ermöglicht jetzt Materialkreislauf


Von unserem Bezirkskorrespondenten Heinz Singer
Wenn Gitterbox-Paletten das Sicorwerk Triptis und seinen Betriebsteil in Eisenberg verlassen, sind sie mit Brennhilfsmitteln für das Kombinat Feinkeramik Kahla sowie für Produktionsstätten der technischen Keramik gefüllt. Diese Brennhilfsmittel — Kapseln, Platten und Stützelemente — dienen den Porzellanherstellern dazu, die vor dem Brennen noch sehr zerbrechlichen Erzeugnisse auf Wagen stapeln zu können, bevor diese durch die Tunnelöfen fahren. Als Materialien setzen die Triptiser vorwiegend Ton, Kaolin und Siliziumcarbid ein. Gemeinsam mit dem wissenschaftlich-technischen Betrieb Keramik Meißen hat das Sicorwerk eine neue Aufbereitungsanlage entwickelt, die es ermöglicht siliziumcarbidfreie Brennkapseln zur Hälfte aus Sekundärrohstoffen zu produzieren. Und auch bei Siliziumcarbid Brennhilfsmitteln, die sich durch eine besonders hohe Festigkeit auszeichnen, werden jetzt fast elf Prozent Sekundärrohstoffe verwendet. Das neue Verfahren ist übrigens auch der Grund, warum die Triptiser Paletten nicht mehr leer von den Porzellanfabriken zurückkommen, sondern mit verschlissenen Brennhilfsmitteln Beladen sind. Etwa 70 Prozent der Erzeugnisse gelangen auf diese Weise an den Ausgangspunkt ihrer Herstellung zurück, um als Sekundärrohstoff wieder in den Materialkreislauf einzugehen. Mit der Einführung neuer Technologien sind die Triptiser gegenwärtig auch dabei, die Haltbarkeit ihrer Erzeugnisse weiter zu erhöhen. Ihr Ziel ist es, daß die Brennhilfsmittel unbeschadet noch mehr „Reisen“ durch die Hitze- und Kühlzonen der Tunnelöfen antreten können. Nach erfolgreichem Test im VEB Henneberg Porzellan Ilmenau wird seit Jahresbeginn bereits ein siliziumcarbidfreies Brennhilfsmittel für flache Teller produziert dessen Standzeit gegenüber dem bisher verwendeten Produkt um 25 Prozent höher.

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