Porzellanfabrik Kalk in Eisenberg/Thüringen • Unterglasurdekoration »Strohblumenmuster«, Genre: Rauenstein

Das Dekormotiv: Strohblumenmuster

Die Bezeichnung für diesen Dekor im thüringer Raum war »Strohblumenmuster«. Kennzeichen waren die wie getuscht wirkenden hellblau ausgefüllt gemalten Blütenblätter des Blütenmotives sowie der geknicktwinkelige Kornährenhalm, welcher jeweils seitlich links aus der Strohblume hervortritt.

Als Beispiel noch das Fahnenmotiv einer Untertasse im Ausschnitt


Sicher wurde der Dekor bis in die Zeit um den I. Weltkrieg gemalt, evtl. sogar bis etwa 1927.
Exkurs:

Thüringer Anfänge in Rauenstein

Nach der Gründung der Porzellanmanufaktur in Rauenstein von den Greiner-Brüdern im Jahre 1783 wurde vor allem unterglasurdekoriertes Porzellan hergestellt. Möglicherweise schon 1784 wurde Geschirr mit dem Strohblumenmuster - mit getuschter Blüte - dekoriert.
Viele weitere Firmen malten einen vergleichbaren Dekorationsstil, teils sogar ausschließlich. Beispiele sind Wallendorf, Thüringen (1764: Porzellanmanufaktur Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten (dortige Dekorbezeichnung/-variante: Dresmer Blau)), Tettau, Bayern (Königlich privilegierte Porzellanmanufaktur Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten mit jeweiligen Eigentümer(n): 1794: Schmidt & Greiner, 1852: Ferdinand Klaus, 1866: Sontag & Birkner, 1879: Sontag & Maisel, 1902: Sontag & Söhne, 1915: A.G., 1958: G.m.b.H.) oder Hüttensteinach, Thüringen (1854: Porzellanfabrik Swaine & Co. und 1864: Porzellanfabrik Gebr. Schoenau).
In Eisenberg wurde bis 1900 ausnahmslos das Zwiebelmuster/Blaumodell gemalt. Erst mit der Gründung der Porzellanfabrik Kalk G.m.b.H. im Jahre 1900 und dem Umzug der Produktion ausschließlich ins thüringische Eisenberg brachte aus dem kölner Raum Blaumalerinnen und -maler und begann damit die Ära der Indischblaumalerei, welche von allen Eisenberger Porzellanfabriken übernommen wurde.

Markenzeichen

Die Blaumalerinnen und -maler kennzeichneten die Porzellanscherben mit den handgemalten gekreuzten Pfeilen und einer Zahl, die zu Abrechnungszwecken infolge Heimarbeit (Winkelmalerei) notwendig war. Auch ein Teil der heute noch vorhandenen ungemarkten oder nur mit einer Zahl gekennzeichneten Stücke dürfte aus der Porzellanfabrik Kalk stammen, jedoch ist eine Zuordnung ohne Pfeilmarke in den meisten Fällen nicht zuverlässig möglich.



Dekorationsbeispiele

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