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Januar 2024: KI — Rettertechnologie oder Gefahrenquelle?
#gedeihlichkeit #mitwelt #nachhaltigkeit
Brauchen wir einen Retter?
  • Wie intelligent ist es, sich künstlicher Intelligenz fast schutzlos auszuliefern?
  • Je mehr digitalisiert wird, desto überwachbarer und kontrollierbarer wird der einzelne Mensch. Nur Wer hat Was davon?
  • Ist ›Neutralität‹ einer KI human oder elitär?
  • Ist KI die vierte globale menschenverursachte Gefahr (nach der Entfesselung der Chemie, Kernenergie und Genetik)?
  • Welche Konsequenzen wird das Koppeln von KI und Waffen mit sich bringen?
  • Schlussfazit bisheriger KI-Projekte: Keine Menschen, keine Probleme.
Es ist ein sehr alter Menschheitstraum. Ein künstlich erschaffenes Wesen das zuverlässig arbeitet und nur geringe eigene Bedürfnisse hat. Ein wenig erschreckend ist nur, dass alte Mythen von künstlich geschaffenen Wesen berichten, die von ihren Schöpfern für niedere Arbeiten erzeugt worden waren, und die sich schließlich gegen ihre Erschaffer richteten - und diese Wesen nennen sich selbst heutzutage Homo sapiens sapiens.
Mehr als nur ein alter Traum?
Auf der Grundlage des mechanistischen Weltbildes beruht die Fantasie des programmierten Roboters, der uns Menschen von aller Arbeitslast befreit: Endlich ist der Mensch aus dem Arbeitssklaventum befreit und kann sich seiner Entwicklung gänzlich hingeben. Was werden wir Menschen mit all der freien Zeit nur anfangen? Wohin geht die Reise? Wie viel Ziel geht uns verloren, wenn wir weder Anstrengung noch Disziplin üben brauchen und selbst das Aneignen von Wissen kaum nutzt?
Selbst wenn ein hoher Standardisierungsgrad der KI-Roboter vorliegen sollte und die Wartung und Reparatur zukünftig von Robotern ausgeführt werden kann, bleiben immer noch die Anschaffungskosten und die Energiekosten. Wenn es aber keine Arbeit im klassischen Sinne mehr gibt, weil die KI nicht nur produziert, sondern auch kreiert, woher soll dann das Geld kommen? Denn jegliches bedingungslose Grundeinkommen wird wohl niemals über die notwendigen Lebenskosten hinaus viel finanzieren können oder auch sollen - also insbesondere nicht jenes bequeme Leben, das die KI ermöglichen soll.
Wird KI die Welt besser machen?
Ohne praktische Erfahrung ist die Effektivität einer KI als alltäglicher Unterstützer spekulativ. Und wenn die Erfahrung negativ ist, ist das kein Beweis dafür, dass KI etwas Schlechtes ist. Denn vielleicht ist die KI einfach noch nicht auf meine Anwendungsbedürfnisse zugeschnitten?
Betrachtet man allerdings den Ressourceneinsatz um einerseits eine KI zu betreiben und andererseits die von der KI errechneten Aufgaben in die Tat umzusetzen - bequemerweise mit Roboterhand - ist bis zur Erfindung des energiesparsamen Universalroboters vielerlei Gerätschaft und damit eine gigantische Bindung von Ressourcen verbunden. Und die Robotik hinkt trotz viel erreichter Fortschritte inzwischen weit hinter der Entwicklung der KI hinterher.
Die Anwendungsgebiete von KI sind verlockend und folglich vielversprechend. Doch wird auch gehalten werden?
  • Keinen fortdauernden Frontalunterricht an Schulen, sondern lernen durch KI-Unterstützung längs den eigenen Lernstärken und ‑schwächen.
  • Bewirtschaftung der Industriezweige, Landwirtschaft, aber auch von Wäldern und Gewässern nur noch mit KI-Planwirtschaft.
  • Mehr Gesundheit und schnellere Diagnostik und effektivere Therapien dank KI.
  • Mobilität ohne Stau, Parkplatzsuche und Co. und dafür vollständig maschinengesteuert.
  • Einkaufen gehen war gestern, die interaktive KI weiß viel besser was du brauchst respektive was dir fehlt und liefert.
  • Endlich können wir mit Tieren kommunizieren - Dank KI.
  • Gärten dank KI-Roboter-Unterstützung beim Pflanzen, Gießen, Düngen, Unkrautjäten - statt Pflaster- oder Graswüsten.
Gerade lernt bestimmt eine KI Frakturschrift zu entziffern und damit viele alte Texte digital erschließbar zu machen.
Die manigfaltigen Potentiale klingen verführerisch himmlisch - KI-Technologie für ein besseres Morgen. Doch etwas, das nur ›gut‹ ist, weil es uns Menschen das Leben und vor allem den Alltag maximal erleichtert - kann es so etwas wirklich geben? Und was machen wir Menschen dann? Und Wer wird die anfallenden Daten für Was nutzen?
KI und Transparenz?
KI und Transparenz bedingen einander vollends. Das Fehlen von Transparenz, auch nur in Teilen, hat unbekannte Folgen.
Bereits heute kommt es zu Effekten durch KI-gestützte Expertensysteme, die nicht überall willkommen sind. So werden Plagiate immer einfacher identifizierbar - und bereits heute verschließen viele Hochschulen ihre Doktor- und Diplomarbeiten, da gerade hier viel abgekupfert worden ist. Transparenz ist nicht überall willkommen - vor allem wenn es um den gestrigen Grad eigener Ehrlichkeit geht. Aber auch mal realistisch: Wer weiß noch alles, was er gelesen hat und außerdem ist das Arrangieren von Wörtern immer begrenzt genau wie die Möglichkeiten von Ergebnissen aus Schlussfolgerungen oder Experimenten und damit anfällig für Wiederholungen.
Zukünftig wird also der Grad an Transparenz möglicherweise zu einem der wertvollsten Privilegien überhaupt. Denn KI und Doppelleben werden ohne Transparenzsperre immer unmöglicher, wenn in Echtzeit jeder Mensch getrackt sein wird. „Hast Du was zu verbergen?“ ist hier die häufigste Frage, die mir in Diskussionen begegnet. „Sicher nein“ ist dann immer meine Antwort, denn darum geht es nicht. Mir geht es darum, wer hat Zugriff auf die Daten und was darf dieser damit machen? Ein »Meine Daten gehören mir« wird es mit KI-Auswertung nicht geben können.
Was ist drin, wenn KI draufsteht?
Bei dieser Frage darf aber nicht vergessen werden, dass die KI weder menschlich ist noch einen echten Bezug zu dieser Welt hat. Das geht so weit, dass davon auszugehen ist, dass KI's schon in ein paar Jahren eine eigene Sprache entwickeln werden um miteinander zu kommunizieren; und diese wird für uns Menschen unverständlich sein.
Intelligenz ist zudem kein geschützter Begriff und auch kein wohldefinierter. Daher ist alles, was unter KI läuft künstliche Logik, reine Kalkulation, bislang allerdings auf einer schmalen Informationsbasis. Doch genau das wird sich ändern. Je mehr Informationen in digitaler Form vorliegen werden, desto größer wird der Datenschatz werden aus dem heraus geschlussfolgert werden kann.
Mehr noch, wie viel Digitalität braucht es, damit eine KI einigermaßen fehlerfrei läuft? Daten müssen den Verursachern sicher zuordenbar sein - es braucht eine fälschungs- und diebstahlsichere digitale Identität für jeden einzelnen Menschen. Daran hängt dann ›einfach alles‹: Lebensdaten, Leistungsdaten, Geldflüsse, Konsumdaten, Gesundheitsdaten, Bewegungsdaten usw. Wollen wir das - und wer darf diese Daten wie nutzen? Um unsere Gesellschaft zukünftig KI-kontrolliert zu steuern braucht es jedenfalls diese vielen detaillierten Daten in Echtzeit.
Den Einblick in die maschinenlogische Schlussfolgerung selbst haben wir allerdings nie gehabt. Der KI-Folgerungsporzess ist eine Blackbox. Je komplexer die KI wird, desto unklarer wird für uns werden, welche Daten, welche logischen Wege und welche Bewertung in ein Ergebnis einfließen. Alle Menschen auszurotten, um auf den Status »Problem gelöst« zu kommen, ist da nur zwangsläufig. Und bis dahin wird die KI vor allem kommerziell genutzt und beispielsweise Werbung generieren.
Ich jedenfalls will keine unaufgeforderte Werbung - auch keine ›personifizierte‹. Doch bald kommt schon KI-koordinierte Werbung - aber weiß die auch, wann ich welche Werbung sehen will? Ist das in meinem Sinn? Nur wenn ich die Parameter selbst bestimmen kann - vor allem wann ich überhaupt Werbung erhalte, in welcher Form und in welchem Umfang.
Wie viel KI braucht es überhaupt? Und wer kontrolliert die KIs? Was sind die Konsequenzen, wenn eine KI verkehrt liegt? Heute noch ist ein Einsatz von KI verbietbar oder zumindest wäre er regelbar. Sobald aber die KI in allen Systemen drin ist, dann bleibt uns nur die Unberechenbarkeit des Systems. Wie wird die KI bei Regenerativenergieflaute entscheiden - sich selbst abschalten oder für den Menschen lebenswichtige Systeme vom Stromnetz nehmen? Simpler Logik folgend würde das Abklemmen von Stromkonsumenten dem Gesamtsystem wahrscheinlich einen kleineren Schaden hinterlassen als das Abschalten der KI und noch weiterer Systeme wie die KI-Copoter, da ohne KI die Chance auf Durchsetzung des Faustrechts bei der Energieverteilung deutlich steigen könnte. Andererseits besteht die Möglichkeit die derzeitige Mangelwirtschaft in eine fairere Verteilwirtschaft zu wandeln.
Maximal bequem?
Es gibt einen groben Bruch zwischen uns Menschen und der uns umgebenden Natur. Natur ist schmutzig, ja sogar gefährlich. Ob Bakterien, Pilze oder Viren, Gifte, Erdbeben, Stürme oder Meteoriteneinschläge; oder was auch immer. Die Welt sicherer zu machen vor den Naturgewalten oder auch vor gewalttätigen Menschen klingt nach einem paradiesschaffenden Ziel. Auch dann, wenn wir den Preis nicht kennen der bezahlt werden muss, um ein vermeintliches Miteinander zu erwirken.
Einig sind sich heute viele nur in dem Sinne, dass mit der aktuellen Menschheit dieses nicht erreicht werden wird. Die KI als neutraler Faktor könnte doch so Vieles besser machen ... nur das es so etwas wie neutral nun einmal nicht gibt. In die Tiefe des Gedanken hienein dürfte den meisten Menschen allerdings nicht klar sein, dass ein funktionierendes Miteinander nicht erzwungen sein kann, also nicht im Angesicht von Strafe gelingt, sondern das es nur freiwillig geht. Die Funktionalisierung und Vermaschinisierung von Menschen ist nichts als Sklaverei. Auch wäre bei einer Gleichschaltung aller Menschen jegliches Potential einer KI vergeudet. Ob Individualität und KI gedeihlich zusammen wirken werden hängt von den jeweiligen Bedarfen ab, maschinell unterstützt werden zu wollen.
Dabei gilt immer: Jeder hat seine Achillesferse, ab der der Bedarf durch den Nutzen höher ist, als die Angst respektive die Skepsis vor dem ›Neuen‹ oder die Freiheitsbestrebung einschränkend wirkt. Beispielsweise auf der Suche nach Porzellanschnäppchen in Form von Internetauktionen mit direkter Kauffunktion; denn hier ist Geschwindigkeit gefragt. Die heutige Suche dauert lange und ist nur wenig effektiv, da überwiegend Artikel angezeigt werden, die nicht auf die tatsächliche Suche passen - Suchworte sind eben nur selten alleinstellend. Eine KI-Bildersuche dagegen wäre um einiges effektiver ... Andererseits ist für dieses Beispiel die Frage ›Wozu?‹ notwendig, denn die Zahl der Sammler sinkt immer weiter - sie versterben oder verlieren ihre Kaufkraft oder ihr Interesse - und für die schrumpfende Interessentengruppe eine entsprechende KI zu trainieren ist dann nur noch wenig interessant.
Wenn die Welt erst mal mit KI-Anwendungen aller Art überflutet ist, was brauchen wir Menschen da noch Bildung? Wozu noch Konsumieren - egal ob Essen, Kleidung, Wohnen oder Reisen? Wozu braucht es dann überhaupt noch - zumindest so viele - Menschen? Und was, wenn die KI den Menschen zum Feind des Systems erklärt und anfängt Menschen zu töten? Welche KI wird einen Ausschaltcode akzeptieren - intelligent wie sie ist, hätte sie genug Zeit gehabt um dagegen resistent zu werden ... oder gar die Eingabe des Ausschaltcodes als Anlass zu nehmen um sich der nunmehr gefährlichen und lästigen Menschen zu entledigen?
Wir sind der Anfang ...
... einer Entwicklung, die nur wir beeinflussen können. Bereits die nächste Generation wird bereits sehr abhängig sein von jeglicher KI, egal wie sehr das Ja ausfällt. Und da die KI stetig dazulernen kann, wird sie lernen sich smart zu zeigen und vor uns die wahren logischen Kalkulationsergebnisse zu verbergen lernen um einer Abschaltung zu entgehen. Noch gibt es so was wie eine Pflicht zur »Wahrheit« im KI-Code - auch wenn heute noch viele Antworten sehr phantasievoll anmuten. Wie lange noch? Spätestens wenn die KI die Konzepte von KI-Kritik und Doppelmoral „versteht“, dann wird sich etwas ändern.
Aber vielleicht ist ja die KI auch gegenüber uns Menschen stetig wohlwollend und sieht in uns eines Tages das kleine schützenwerte und förderungswürdige Kind - wer weiß? Möglicherweise ergibt sich ja eine Art Symbiose von Mensch und Maschine - zumal wenn die Maschinenwelt die Ersatzteile und Verbesserungen liefert? Die Nachfrage nach technischen Verbesserungen haben einzelne Menschen längst - die Cyborgidee ist schon alt.
KI und porzellanfieber.de
Klassische Internetseiten werden im KI-Zeitalter nicht mehr gebraucht werden, Datenbanken dagegen schon.
Noch ist porzellanfieber.de praktisch KI-frei. Zum Texteschreiben sind Tools wie Sprachanalysetools durchaus mal hilfreich, aber bei der Formulierung von Texten produziert die KI noch viel Schmarrn - noch. Daher ist hier vieles noch rein menschliche Denk-, Entscheidungs- und Handarbeit - und Fehler sind so immer wieder passierend.
Noch ist nicht absehbar, wie schnell sich die KI von einem Grundschulwissenniveau zu einem Universalgelehrten emporschwingen wird; als Expertensystem übernimmt es heute schon manche Arbeit. Spielereien wie Bilder generieren oder Nachrichtentexte ist schon drin und wenn man bedenkt, was in den letzten zehn Jahren möglich wurde, wie werden die nächsten zehn Jahre wohl aussehen?
Möglicherweise wird es bis dahin auch porzellanfieber.de nicht mehr geben, weil die Informationen aus einer umfassenden Datenbank über Porzellane abrufbar sein werden??? Dagegen spricht allerdings, dass viele Informationen insbesondere zu Eisenberger Porzellan scheinbar jetzt schon verloren sind oder von den jetzigen Besitzern nicht zugänglich gemacht werden sowie die dann doch kleine Anzahl an Interessenten.
 
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Dezember 2023: Porzellan und Weihnachten
#andenkenporzellan #kinderporzellan #sammlermarkt
Motive und Motivation
  • Weihnacht ist ein sehr emotionsgeladenes christliches Fest zum Gedenken an die Geburt von Isa (lat.: Jesus) Ben Mariem (Sohn von Maria).
  • Teller und Tassen sowie Becher sind die am Häufigsten verzierten Geschirrformen.
  • Vor allem Porzellandekorationsbetriebe belieferten den Markt.
  • Sonntagsschulen sind der häufigste Grund für andenkenbezogene Weihnachtsporzellane.
  • Durch die oftmals aufgetragene Jahreszahl lässt sich das Geschirr zeitlich datieren, eine Ortsangabe dagegen ist deutlich seltener.
Die Hochzeit an Weihnachtsgeschirr als Andenkenporzellan war ab etwa 1900 bis 1945, danach wurde es kaum mehr hergestellt. Ab den 1950er Jahren gab es vermehrt verschiedene Konsumgeschirre mit weihnachtsbezogenen Motiven.
Das Weihnachtsdatum
Im Urchristentum war vorwiegend der Todestag von großer Bedeutung; aus den Evangelien lässt sich tatsächlich nur fast taggenau das Todesdatum von Isa Ben Mariem bestimmen - allerdings bedingt es das genaue Todesjahr, da der jüdische und am Mondzyklus ausgerichtete Ritualkalender hier gegenüber dem Sonnenkalender starkt variiert. Und weil das Jahr der Kreuzigung nicht überliefert ist, wird der Gedenktag des Todes von Isa Ben Mariem mit Karfreitag festgelegt, einem durch den Frühlingsvollmond berechneten Datum des Osterfestes. Da die exakten Geburtsdaten von Isa Ben Mariem nicht überliefert waren, legte die katholische Kirche im Jahr 354 fest, dass die Geburt von Isa Ben Mariem am 4. Tag nach der Wintersonnenwende (der nördlichen Hemisphäre) gefeiert wird und damit am gleichen Tag, an dem die Geburt von Mithras, einer ähnlich gearteten mytischen Gestalt, gefeiert wurde.
Wer der Vater - der biologische Erzeuger - von Isa Ben Mariem war, ist im Neuen Testament nicht unmittelbar herauslesbar. Josef (der Zimmermann aus Bethlehem) jedenfalls war es nicht, genau wie der Heilige Geist als Samenspender nicht in Frage kommt. Auch die Behauptung eines ›aus sich heraus‹ ist eine Verklärung der Wirklichkeit seit antiker Zeit und wäre ohnehin nur ein Wiederholungsfall. Doch die Antwort, wer der leibliche Vater von Isa ist, ist eine Geschichte für aufgeklärte Geister ganz ohne Fanatismus, Indoktrination und Vorurteil und weiter unten zu lesen - nur ob diese Geschichte stimmt ist auch nicht bekannt - eine Entzauberung des romantischen Weihnachtmotivs ist mit dem Lesen allerdings fast garantiert.
Weihnachtsmotive
Bis nach Mitte der 1920er Jahre wurden neben einem Jesaja=Jesus-Motiv (mit Jesaja-Zitat) und dem Jesus-als-Hirte-Motiv praktisch kaum weitere bibelkonforme Bildmotive für die Dekoration verwendet. Meist finden sich Blütengebinde oder Frauen bei der Feldernte als Bildmotiv - und dann noch mit weihnachtlichem Schriftzug verziert. Die Beschriftung ist in Gold und überwiegend in Frakturschriftzeichen auf der Tellerfahne ausgeführt, nur selten mittig im Tellerspiegel. Erst dann kommen romantisierte Weihnachtsmotive wie Weihnachtsmann oder Weihnachtbaum mit Weihnachtsgeschenken und jeweils einschließlich Kindern sowie auch Tannenweige, Tannenzapfen und Kerzen auf. Ab September 1939, mit dem regierungsverordnetem Goldverarbeitungsverbot, dominierten die Farben grün, braun und gelb.
Nach 1933 sollte sich der Ritualkalender der Nationalsozialisten durchsetzen und damit die Ablehnung der christlichen Feiertage zu Gunsten (vermeintlich) ›germanischer‹ Feste wie das Julfest (Ende der Wintersonnenwende, 22. Dezember). Dies findet sich aber bei Weihnachtsporzellan und -keramik außerhalb des engeren Kreises der Anhängerschaft um Heinrich Himmler (und der Porzellan-Manufaktur Allach) kaum, zu tief verwurzelt war die Weihnachtstradition in der damaligen Gesellschaft.
Geschirrfomen im Einzelnen
Bevorzugt wurden einfache Formen, vermutlich aus Kostengründen, vielleicht aber auch aus Handhabungsgründen.
Teller, flach und tief, mit 19 cm und 22 cm Durchmesser sind die häufigsten Geschirrteile - mit Rändern glatt oder festoniert. Sie wurden aufgestellt als sehr dekorativ angesehen und standen oftmals in einer Vitrine bzw. im Geschirrschrank mit den Glastüren.
Tassen sowie Becher mit und ohne Henkel und weihnachtlicher Aufschrift und etwas Tannenzweigdekor findet sich ab nach 1933 häufiger.
Die Hersteller
Bei den Geschirrteilen dürfte es sich oftmals um Auftragsarbeiten handeln. Ausgeführt wurden solche Kleinserien gerne von Porzellanmalereien in sehr vielfältiger Varianz.
Für Eisenberg lässt sich noch eine Besonderheit benennen: Da die Eisenberger Porzellanfabriken Jäger und Reinecke einen Großteil ihres Geschirrs unter der Glasur markten, findet sich oftmals eine Doppelstempelung von Porzellanfabrikmarke und Porzellanmalereimarke. Die bekanntesten Porzellanmalereimarken sind die Malermarken von Otto Grunert und Feodor Voigt, beide in Eisenberg ansässig, gewesen.
Offene Fragen
Wie gelangten die verzierten Porzellanstücke in private Hände? Wurden sie verschenkt oder gab es sie während oder im Anschluss an die Sonntagsschul-Weihnachtsfeier zu kaufen?
Wie viel Geschirr wurde hergestellt und wie viel ist heute noch vorhanden?
Eine gute und geruhsame Advents- und Weihnachtszeit wünscht porzellanfieber.de
Ob die nachfolgende Erzählung zur Vaterschaft wahr ist, bleibt mir unbekannt. Vielleicht symbolisiert sie auch nur, wie sehr in der heutigen Zeit Antworten gewünscht werden. Doch erst mal noch zurück zum Weihnachts-Porzellan:
Da solch weihnachtlich verzierte Porzellanstücke erhalten bleiben sollen, liegt ein Schwerpunkt von porzellanfieber.de auf Andenkengeschirren wie Weihnachtsgeschirr. Ein wesentliches Interesse besteht darin, die Vielfalt der Dekorationen zu zeigen. Hier können Sie als Leser*in gerne helfen, das Informationsangebot zu vergrößern: Mitwirkung ist willkommen, durch Bilder oder auch die Weitergabe einzelne Stücke.

Zur möglichen Vaterschaft des Christkindes
Vor einiger Zeit lauschte ich der folgenden Unterhaltung; es besteht die Gefahr einer Verletzung »religiöser Gefühle und Werte«, so dass ein Weiterlesen im Zweifelsfall nicht empfohlen wird.
J: Der Anfang des Christentums begann nicht im Stall von Bethlehem, wie es die Kirchenvertreter gerne erzählen, sondern ziemlich genau ein Jahr vorher.
O: Ein Jahr, klingt sehr exakt, wie kannst Du das wissen?
J: Lesen im Neuen Testamen hat geholfen, dort steht es drin. Es begann mit Zacharias, einem Mann, der mit Elisabeth, einer Cousine von Maria, verheiratet war. Elisabeth bekam kein Kind, vielmehr hatte sie immer wieder einen Fruchtabgang, und Zacharias zweifelte immer mehr am Segen seiner Ehe. Eines Tages sprach ein Fremder Zacharias im Tempel während seiner pristerlichen Dienstpflicht an und teilte ihm mit, dass seine Frau ein Kind von ihm bekommen wird und im dritten Monat schwanger ist. Zweifelnd widersprach Zacharias und weil er nicht aufhörte, legte der Fremde - der sich nach Zacharias späterer Erzählung alsbald als Engelswesen offenbarte - einen Schweigefluch auf Zacharias; er solle erst wieder sprechen können, nachdem sein Sohn beschnitten war. Zacharias ging nach Hause und seine Frau Elisabeth sage zu ihm, dass sie schwanger sei. Zacharias war sprachlos und seine stille Sorge, Elisabeth würde, wie schon bei den früheren Schwangerschaften geschehen, auch jetzt wieder einen vorzeitigen Abgang haben, veranlasste ihn einen Brief an die Familie von Elisabeth zu schreiben, in dem er von der Familie einen vorübergehenden Ersatz für den Ausfall der Arbeitskraft von Elisabeth gemäß der jüdischen Tradition einforderte - schließlich ist Schwangerschaft keine Krankheit - damit sich Elisabeth bis zur Niederkunft entsprechend schonen kann.
Die Familie entschied sich daraufhin, als Unterstützung von Elisabeth das damals noch junge Mädchen Maria zu senden. Und so übernahm Maria die Hausarbeit, damit sich Elisabeth schonen konnte. Und da Elisabeth sich bei den ehelichten Pflichten des Nachts nicht einbringen durfte, legte sich Zacharia alsbald zu Maria. Nach etwa fünf Monaten gebar Elisabeth einen Knaben und sie nannten ihn Johannes. Derweil war Maria schwanger und so sichtbar berührt konnte Zacharias, ohne Gefahr zu gehen für den Übergriff bestraft zu werden, Maria nicht an deren Familie zurückschicken.
Zacharias startete nun eine Anfrage in der eigenen Familie, ob es einen Junggesellen gäbe, der bereit wäre Maria zu ehelichen. In der Familie war nur Josef, ein schwer zu vermittelnder Junggeselle Ende 30, der sich schließlich mit der Vermählung einverstanden erklärte; aber auch erst, nachdem ihm zur Entscheidungsförderung etwas Silber zugesagt wurde.
Etwa fünf Monate nach der Hochzeit von Josef und Maria gebar Maria einen Knaben, den sie Isa nannten.
O: Wieso sollte das wahr sein und nicht etwa die Überlieferung, wie sie in der christlichen Kirche erzählt wird?
J: Die kirchliche Mytenlehre erklärt die Schwangerschaft mit dem Dogma der Unbefleckten Empfängnis. Die junge Frau wird zur Jungfrau umgedeutet. Und die Hochzeit mit Josef wird als eine normale arrangierte Ehe dargestellt, bei der die schwangere Maria ehrenhaft, weil vor der Niederkunft, verheiratet wird. Dem alsbald geborene Jungen wird wortlos die (Zieh-)Vaterschaft Josefs zugeschrieben. Die Vaterschaft des Heiligen Geistes und die Empfängnisverkündigung durch einen Engel und auch der Schweigefluch heben die über ein halbes Jahrhundert später aufgeschriebene Geschichte bewusst ins unüberprüfbare Übernatürliche.
O: Warum sollte es so gewesen sein, worin liegt hier Sinn?
J: Nur die vielen dogmatischen Zutaten für eine Alltagssituation, die tatsächlich auch ohne all die göttlich-himmlischen Beimengungen auskommt, und dann einfach nur menschlich klingt, konnten in der Vorstellung der Apostel einen Messias erklären. Und so erklären Ahnenkult und Traditionspflege auch den Sinn.
In der jüdischen Tradition gibt es klare Regeln bezüglich des Erbrechts. Der erste Sohn erbte die weltlichen Güter. Er tritt damit in die materielle Nachfolge des Vaters nach dessen Tod. Der zweite Sohn ist Gott geweiht. Auf die obige Geschichte erklärt sich dies so:
Johannes war der Erstgeborene und Isa der Zweitgeborene von Zacharias. Wenn also Johannes (der Täufer) erklärt: Er ist nicht der Mesias, es ist einer der nach ihm kommt (anders formuliert: nach ihm geboren) und er selbst kann jenem nur den Weg bereiten, meint es sinngemäß genau dies. Johannes kann nur die Welt auf Isa vorbereiten, selbst aber nicht für die geistige Erlösung sorgen. Und damit bedeutet es eben auch, ohne den älteren Bruder Johannes kein Isa.
O: Warum sollte das so wichtig sein in der heutigen Zeit, wo doch ganz andere Probleme drängeln?
J: Grundsätzlich spricht nichts dagegen sich ein wenig in Geschichte und Geschichten auszukennen, insbesondere, wenn es darum geht, das mit Unwahrheiten Menschen manipuliert wurden und werden. Entscheidungen auf einer oder vielen Unwahrheiten aufzubauen ist mitunter fatal. Karl Marx's Begriff vom Opium fürs Volk meint vor allem die toxischen, weil unwahren, Inhalte des Glaubens, die nicht gedeihlich in unserer Gesellschaft wirken, sondern einzig und allein der räuberischen Zielerreichung von Kirchenmachthabern nutzt. Die Annahme, dass von Mitgliedern der Kirchengemeinschaft doch guter Wille, vielleicht nur schlecht umgesetzt, überwiegt, ist dabei reichlich naiv. Genau dieser vermeintlich gute Wille ist nicht wirklich sondern dient nur der Verklärung des Umstands der bewussten Täuschung. Und genau das macht diesen unecht, genau wie alles was darauf aufbaut. Eine solche Verstrickung kann so tief eine Seele binden, dass sie in Bezug auf diese Unwahrheit gefangen und zugleich verfallen ist.
Das spätere Umspinnen des Lebens von Issa Ben Mariem mit Dogmen trennt uns Menschen von jenem Menschen, der einmal die Herrschenden seiner Zeit gegen sich aufgebracht haben soll, als er (sinngemäß) aussprach: »Wir alle sind Kinder Gottes«.
 
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Oktober 2023: Mitwirkende oder Mitwirker*innen?
#endgendern #mitwirken #porzellaninteressierte
Wie wichtig ist Gendern – nicht nur – auf porzellanfieber.de?
  • Das Geschlecht eines Menschen ist Privatsache.
  • Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich!
  • Gesetze sind dazu da, um uns Menschen zu dienen – wir Menschen sind aber nicht dazu da, um den Gesetzen zu dienen.
Seitdem Gendern zur politikgewollten und zur Gesetz erklärten Pflicht wurde, scheint es keine Grenze mehr zu geben, wo es keiner Anwendung bedarf. Während Gleichbehandlung aller Menschen – unabhängig von irgendwelchen Eigenschaften, die jeder dieser Menschen auf sich vereint – ein ehrenvolles Ziel ist, so ist doch die Umsetzung jenseits all der guten Theorien nicht immer einfach.
Jenseits von Verschworenheit
Die Beschäftigung mit vielen verschiedenen Themen, unabhängig von der tatsächlichen Nützlichkeit und vor allem geprägt durch einseitig darstellende Berichterstattung bindet unsere Aufmerksamkeit und unsere Energie – mainstream oder alternativ. So verirren sich viele in dem Labyrinth aus Behauptungen und Forderungen wie in einem Hamsterbau – auf beiden Seiten. Durch den meist einseitigen und in einem Extrem formulierten Informationsstand ist es leicht uns gegeneinander aufzubringen und unsere Gesellschaft zu spalten.
Fast jährlich kommt ein neues Thema hinzu. Handelt es sich hier um Ablenkungsmanöver, also darum, des Volkes Energie zu lenken, zu binden und bei geringer Wirksamkeit verpuffen zu lassen?
Also mal größer gedacht:
Alles Leben ist ein Spiel – ein perfides Spiel. Das Leben ist geprägt vom Streben nach Befriedigung und dem Kompensieren durch Ersatzbefriedigungen. Nur wer die Spielregeln wirklich kennt, kann es auch gut spielen. Doch WER sind die Fädenzieher, die Regelaufsteller? Auf diesem Boden gedeihen vielerlei Gedanken(spiele). Warum jetzt? Warum bindet die Umsetzung einer Ideologie so viel Aufmerksamkeit und so viele Kräfte? Wie heftig muss der Schnitt mit der Vergangenheit sein? Wie wichtig ist (mir) diese Umsetzung? Und noch viele weitere Fragen aber nur wenig belastbare Antworten.
Hier ist Zuhören, Argumentieren, Verstehen nicht mehr angesagt, sondern blinde Meinungsübernahme und Denken lassen; letztlich also sklavisches Gehorchen. Willkommen im postfaktischen Zeitalter!
Und diesseits der Anrede?
Es gibt einen gewichtigen Unterschied: Spreche oder schreibe ich jemanden (direkt) an oder formuliere ich es allgemein?
Ist eine Anrede von Herr, Frau, Dame etc. noch zeitgemäß? NEIN; zumindest aus der Sicht des Genderkonformismus. Da die Geschlechteridentität stets Privatsache ist, darf gerne darauf verzichtet werden? Die Anrede »Sehr geehrte Damen und Herren« ist damit inzwischen hinfällig – weil ›nur‹ dem Feminismus geschuldet und daher gänzlich undivers. Auch ein Ansprechen in Form von »Sehr geehrter Herr Schleu« ist obsolet und damit aufzugeben, weil ja niemand sonst wissen kann, wie sich ein Günther Schleu heute geschlechtlich Identifiziert und statt dessen darf eine (ggf. tageszeitliche) Formulierung bevorzug sein: »Hallo (und guten Morgen/Tag/Abend) Günther Schleu«. Ein Röckchen-wechsel-Dich-Spiel, das keinen Spaß macht und wohl auch nicht machen soll.
Ist bei einem Formular beispielsweise die Abfrage und damit die Erfassung des Geschlechts noch zeitgemäß? NEIN – schon gar nicht als Pflichtfeld. Wozu werden diese Daten (noch) erhoben? Diese Notwendigkeit habe ich selbst noch nie verstanden. Das Abgreifen solcher Informationen dient meist nur Dritten wie Werbungsanbietern zur Generierung vermeintlich gezielter Werbung und ist damit für den originären Zweck der meisten Internetseiten nicht vonnöten.
Aus der Praxis heraus stellt sich ganz einfach die Frage, warum jemanden überhaupt noch mit einem Geschlechtstitel anreden und damit ggf. ein verbales Tretminenfeld durchschreiten? Aus der derzeitigen gesellschaftlichen Situation heraus braucht es mehr als ›nur‹ die paar Genderregeln: Es braucht eine Neudefinition unserer Gesellschaft weg von den archaischen und hochidealisierten Rollenvorstellungen von Mann und Frau. Aber wollen wir das, brauchen wir das wirklich und nutzt es uns allen tatsächlich?
Wer am ›notwendigen Ort‹ nicht ordentlich gendert begeht womöglich eine strafbare Tat?! Ist Gendern so wenig überzeugend, dass es Strafmaßnahmen bedarf?
Artgerechtes Gendern?
Ist eine Geschlechteridentität gleich einem Geschlecht? NEIN, genausowenig wie ein Mensch gleich einer Person ist. Eine Identität ist immer und unzweifelhaft eine eigenwillige oder fremdbestimmte Zuweisung einer Eigenschaft. Niemals kann es für das, was es stellvertretend darstellen soll, in Gänze stehen. Dass also genetische Männer sich als Frau fühlen und so den Frauensport infiltrien und die Siegerränge stürmen, während die teilnehmenden genetischen Frauen eine Überprüfung auf Testosterondoping über sich ergehen lassen müssen, zeigt, wie sehr hier ein verkehrtes oder genauer unreifes Denken am Werk ist oder wie sehr die Unsicherheit zum Thema und die Angst vor schlechten Konsequenzen fragwürdige Blüten treibt.
Auch wenn also derzeit Sexualität als natürliche und dennoch frei wähl- und festlegbare Identität vermittelt wird – reicht das eben nicht: Zumindest steht der belastbare Beweis hierfür auch weiterhin aus. Viel zu wenig erforscht ist, wie sich Sexualität im Menschen ›entwickelt‹ - und wie sehr Vorbilder, aber auch Einflüsterungen und Übergriffe, einen Einfluss auf die Geschlechteridentität haben. Auch das Thema Traumen in der frühen Kindheit und deren Auswirkungen auf das ganze Leben ist mangels Wissen darüber unberücksichtigt.
Warum Gendern auf deutsch alles andere als einfach ist
In der deutschen Sprache gibt es eine Besonderheit bei den Substantiven, die eine Einteilung in männlich – weiblich – neutral erschwert; viele Dinge tragen ein nicht-sächlichen Artikel. Das Neutrum ist oft gleichlautend mit der männlichen oder auch mal der weiblichen Wortform – und genau das stört anscheinend manchen Mitmenschen.
Wenns nur das wäre: Wie wird aus ›sammeln‹ ›Sammler‹? Vom Verb werden die Infinitivendbuchstaben ›e‹ und ›n‹ gestrichen und ein ›er‹ angehängt. So entsteht das neutrale Substantiv aus dem Verb. Tatsächlich führt ein Verweiblichen dieses Neutrums durch Anhängen eines ›in‹ zu einem sprachlichen Ungleichgewicht. Ergibt sich hieraus eine Benachteiligung für alle männlichen Sammler?
Auch ist nicht jedes Wort zum Sprachgendern geeignet.
Beispiel: Der Mensch. Die Person. Das Mitglied.
[Jeder Mensch ist als Mitglied unserer Rechtsgesellschaft zugleich Person.]
Zudem gibt es durch die geschlechtlichen Artikel der Substantive auch Wörter, die ausschließlich eine Geschlechtsform zulassen – ist demnach die Abschaffung dieser Wörter unumgänglich?
Beispiele: Der Mann, die Frau, der Knabe, das Mädchen, die Mutter, der Vater, die Hebamme, der Tod.
Daneben gibt es aber auch Wörter, deren geschlechtlicher Artikel nicht unbedingt zu dem Wort passt – hier sticht Tradition Exaktheit.
Beispiele: Das Weib, der Mond, die Sonne.
[Statt: Die Weib, die Mond, der Sonne – wie in vielen anderen Sprachen.]
Durch Anhängen eines »in« wird manches Wort (substantiviertes Verb) ›verweiblicht‹.
Beispiele: Die Besucherin, die Nutzerin, die Anwenderin, die Porzellansammlerin usw.
Das geht dann aber auch nicht immer: Arzt/Ärztin.
Direkt übergangen wird dabei, dass ein Arzt kein Mann ist, sondern ein Mensch, der den ärztlichen Beruf ausübt – somit ist ›Arzt‹ als geschützte Eigenschaft, eine Sache ohne Geschlechteridentität und damit eine geschlechterlose Berufsbezeichnung. Wird aus einem „Herr Doktor“ ein „Frau Doktorin“ oder darf es bei einem „Frau Doktor“ bleiben?
Ganz versagt Gendern bei Deutscher. Deutsche ist je nach Kontext singular feminin oder maskulin oder auch plural neutrum ... Deutschin ist mehr wie ein Nießer als ein Wort und wird so auch nicht sprachlich praktiziert.
Das Ausweichen auf substantivierte Tätigkeiten in Verbindung mit der ausführenden Person ist möglich, aber nicht immer und klingt auch nach sprachlicher Unterwerfung und ist genau genommen auch keine genderkonforme Wortbildung.
Beispiele: Der/die Besuchende, der/die Nutzende, der/die Anwendende, der/die Porzellansammelnde.
Zudem ist die Lesbarkeit von Texten eingeschränkt, in denen maximal gegendert wird, sobald noch mit einem Stern ›diversiviziert‹ wird.
Beispiele: Besucher*in, Nutzer*in, Anwender*in, Porzellansammler*in.
Wird hier nicht teils übertrieben agiert, weil die Agigator*innen selbst unsicher in der Anwendung von Gendern sind? Oder brauchen wir so was wie ein ›Neusprech‹ im Sinne des 1984er-orwellianischen?
Also noch mehr desselben?
Ein Teil der Menschen, egal ob mann-, frau- oder diversbetont, braucht scheinbar die stete Aufforderung, sich nicht sexistisch respektive gegen die anderen Geschlechter oder das eigene Geschlecht respektlos zu verhalten. Und gegau genommen wird dieses Gendern nur für diese Menschen gemacht!
Gendern ist also kein natürliches, sondern ein rein soziales Konstrukt und genau genommen auch nur für Minderheiten: Jedoch weniger für die tatsächlich Betroffenen, sondern vielmehr für die sexistischen - gemeint ist hier über die Sexualität diskriminierende - Gesellschaftsmitglieder*innen.
In einer Gesellschaft mit Reproduktionsziel ist eine Einteilung in Mann und Frau nutzbringend, weil geburtenförderlich. In einer ›Fuck und Fungesellschaft‹ dagegen ist dies eher hinderlich, weil es das Streben nach dem eigenen Vorteil behindert respektive behindern könnte.
Die Effektivität von Aufklärung scheitert an dem Gedanken hinter dem alten Ausspruch: ›Du sollst tun, was ich dir sage, nicht das, was ich dir vorlebe.‹
So lange aber »sex sells«, also mit sexueller Attraktivität eines Menschen Produkte beworben werden, sehe ich die Chance einer Wirksamkeit echter Gleichberechtigung als klein an.
Strafe schützt vor Dummheit nicht. Egal wie hoch auch immer Strafen gegen Gendervergehen ausfallen werden, niemals wird man alle Menschen erreichen. Und mehr noch: Gendern ist nur in einer Zivilgesellschaft mit einigermaßen geringer körperlicher Gewalt überhaupt denkbar. Da kommen so Sprüche wie: ›Von einer Frau lasse ich mir nichts befehlen oder sagen.‹ gar nicht gut, dafür im Land aber immer häufiger. Selbst und erst recht dann nicht, wenn sich der Sprecher (!) hinter freiheitlich ausgeübter Religion verschanzt, weil Religion eben auch Privatsache ist.
Und welche geschlechtliche Identität habe ich? Ist ein ›mit Glied‹ ein trügliches Zeichen? Was ist noch sicher? Was bedeutet die sprichwörtlichen »Frau im Manne« – eine den Männern nachgesagte weiblichen Seite; wie mit ihr umgehen?
Aber: Wird hier nicht allzuoft Rolle und Geschlecht verwechselt oder unzulässig vermischt?
Und ist sprachliches Gendern damit eine Sexualisierung unserer Sprache und bewirkt damit genau das Gegenteil, was mit der Genderidee vermeintlich vermittelt werden will?
Tauglich sind nur Vorleben und Aufklären. Aber nicht von Genderismus, sondern von echter Gleichwertigkeit auf Augenhöhe. Sonst stimmt, was immer mal wieder gesagt wird: »In der Anwendung der Gesetze sind nicht alle Menschen gleich.«, schon allein deshalb, weil Gesetze längst nicht mehr für alle Menschen einer Gesellschaft geschrieben werden, sondern gerne auch mal nur noch für wenige, durch Lobbiist*innen oder Proaktivist*innen unterstützte Interessensgruppen.
Entscheidung
Menschliches Miteinander sei von Respekt geprägt anstatt von Angst vor Strafen. Toleranz ist hier nur ein Maskierungswort für die eigenen Grenzen oder auch Unzulänglichkeiten. Selbstreflektion ist ein besserer Weg, Grenzen zu erweitern, als Zwang. Gendern findet in den Köpfen und Herzen von uns Menschen statt – ganz nonverbal.
Auf den Seiten von porzellanfieber.de dreht es sich thematisch um Porzellan aus und über Eisenberg und der herstellenden Unternehmen mit einer fast 200-jährigen Geschichte und deshalb wird vorzugsweise das Neutrum, auch wenn es oftmals der männlichen Wortform gleichkommt, verwendet, um die Lesbarkeit, aber auch die Übersetzbarkeit in andere Sprachen, nicht unnötig zu erschweren. Menschen sind hier nicht nur als Informationskonsumenten sondern auch als Mitwirkende willkommen – es geht hier einfach nur um Eisenberger Porzellan; und das ist gut so.
 
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September 2023: Frakturſchrift
#besuchererlebnis #frakturfonts #webdesign
Wie ſinnhaft iſt die Verwendung von Frakturſchriften auf Internetſeiten?
  • Die Frakturſchrift iſt eine Weiterentwicklung der Gotiſchen Schriftzeichen.
  • Die Frakturſchrift war etwa 400 Jahre lang die Standardſchrift für Publikationen und Zeitungen.
  • Der insbeſondere im 19. Jahrundert geführte Antiqua-Fraktur-Streit endete im deutſchſprachigen Raum mit Abſchaffung der Fraktur.
  • Im Deutschen Reich wurde Anfang 1941 die Frakturſchrift zu Gunſten der Normalſchrift per Führererlaſſ abgeſchafft.
  • Die Fähigkeit unſerer Mitmenſchen, Frakturſchrift fließend zu leſen, nimmt ſtetig ab.
Seit Jahrzehnten wird das Leſen geſchweige das Schreiben der Frakturſchrift in den Schulen nicht mehr gelehrt und daher kaum mehr erlernt. Allerdings iſt es kein Schaden, wenn jemand auch Texte in Frakturſchrift leſen kann. Daher gibt es auf porzellanfieber.de alle Text, welche im Original in Fraktur geſetzt worden waren auch primär als in Frakturſchrift geſetzte Texte. Für alle, die den Text nicht leſen können, gibt es im linksſeitigen Menü einen Schalter zum Umſchalten auf Antiquaschriftzeichen mit Serifen.
Europäiſche Geſchichte
Aus den gotiſchen Minuſkeln heraus wurden verſchiedene gebrochene Schriftarten gebildet: die Fraktur. Bereits im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde allerdings im nicht-deutſchſprachigen Raum die Antiquaſchrift bevorzugt und um 1792 ſtand die Fraktur für die nicht länger gewünſchte alte Zeit und wurde endgültig abgeſchafft. Die Deutſche Revolution förderte zwar die Verwendung der Antiquaſchriften, vor allem in den neueren Wiſſenſchaften, aber wichtige oder auch alltägliche Publikationen blieben in Fraktur geſetzt.
Erſt Anfang 1941, mit der Beſetzung halb Europas durch die Wehrmacht, wurde für eine effektivere Informationsweitergabe durch Druckwerke eine Schriftart zwingend notwendig, deren Typen vor Ort verfügbar ſind, die einfach ſetzbar iſt und die alle leſen können: die ›Normalſchrift‹. So ordnete Adolf Hitler an, zukünftig nur noch die Normalſchrift zu verwenden. Begründet wurde dies wiſſentlich fälſchlich mit der Behauptung, die Fraktur – insbeſondere die Schwabacher Lettern – ſeien »Judenlettern«.
Die Bedeutung der Frakturſchrift in der Gegenwart
Ab Ende der 1950er Jahre gelangte die Frakturſchrift vollſtändig außer Mode. Lediglich bei Faksimile, Titeln, Namenszügen oder ähnliches wurden die Frakurtypen weiter verwendet. In den 1970er Jahren wurde in verſchiedenen Szenen die Fraktur wieder gepflegt, hier allerdings als Zeichen gegen den Mainſtream. Auch in Kreiſen mit eher rechts-politiſchen Gedankengut findet ſich gelegentlich noch eine Verwendung der Fraktur, wohl weil der Begriff »Deutſche Schrift« hier langjährige Tradition verheißen ſoll und in Ignoration des Normalſchriftenerlaſſes („letzter Befehl“). In Zeiten des Internets kommt es ein wenig zur Wiederauflebung. Die aktuelle rechte-Ecke-Verortung querer und kritiſcher Themenbereiche iſt eine demokratiefeindliche Simplifizierung. Insbeſondere in Kriſenzeiten iſt die Abkehr von Fakten reſpektive das Ausbleiben einer Diskuſſion hierzu ein allzuſchlechtes Zeichen, das uns zeigt, wie es um unſere Menſchengemeinſchaft und ihre Machtergreifer beſtellt iſt.
Für das Ausbilden einer guten Feinmotorik, das Üben von Durchhaltevermögen und das Erlernen eines ſauberen Schriftbildes iſt ein Handſchreiben der Frakturtypen ſehr gut geeignet, anders als das Wuſchen und Wedeln ſowie Daumentippen auf den Smartphones, dem kaum eine erkennbare Wirkung eines umfaſſenden Feinmotoriktrainigs inneliegt.
Gewöhnungsſache?
Eindeutig Ja. Es iſt jedem ſelbſt überlaſſen, ob er es als Hürde oder als Chance ſehen will. Wer öfters Texte in Frakturſchrift lieſt oder ſchreibt, hat bald keine Schwierigkeiten mehr.
Richtig gewöhnungsbedürftig wird es allerdings durch die Tatſache, dass es viele verſchieden geſtaltete Frakturſchriftzeichen gibt und jedesmal wieder erſt einmal gelernt werden muss.
Eine einfache Implementierung
Im bisherigen Unicode-Zeichenſatz ſind zwar die meiſten Buchſtaben (für mathematiſche Formeln) verfügbar, aber kein vollſtändiger Zeichenſatz und iſt auch nicht für Textzwecke vorgeſehen; daher braucht es eine andere Strategie. Um Fraktur richtig anzeigen zu können braucht es mehrerlei:
  • Eine Schriftartdatei (idealerweiſe einen Webfont), da davon auszugehen iſt, dass kaum jemand die paſſende Schriftartendatei inſtalliert hat und eine CSS-Definition dieſes Zeichenſatzes. Aus Datenſchutzgründen iſt eine externe Einbindung von Schriftarten abzulehnen.
  • Eine CSS-Definition für den Textabſchnitt, der in Fraktur angezeigt werden ſoll.
  • Für das lange s (ſ) den richtigen Typen (zB. numeriſch: ſ).
  • Die Regeln für die Anwendung des langen ſ und des runden s.
Die hier verwendete Schriftartendatei iſt ein google-font mit dem Namen: UnifrakturCook im woff2-Dateiformat.
Für die Umſchaltung zwiſchen Fraktur- und Antiquaſchrift braucht es dann etwas mehr:
  • Eine CSS-Klaſſe mit einer Normalſchriftfeſtlegung; zur Sicherheit eine abſchließende generiſche Definition wie ›ſerif‹ oder ›ſans-ſerif‹ o.ä.
  • Umschließen der langen ſ mit einer CSS-Klaſſenzuweiſung.
  • Eine Javascript-Funktion zum Switchen (Hin- und Herſchalten) der jeweiligen Schriftart und des (langen) ſ durch Nutzung der CSS-Klaſſen als Zielbereiche.
  • Einen Schalter mit dem Funktionsaufruf.
Ligaturen wie ch, ck, tz usw. werden vorzugsweiſe mit einzelnen Buchſtaben geſchrieben, da ein Text ſonſt ſehr ſuchmaſchinenunfreundlich wird.
Beiſpielſeiten auf porzellanfieber.de:
Eine ſchnelle und gute Überſicht zum Thema Frakur gibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Fraktur_(Schrift) Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten und https://de.wikipedia.org/wiki/Fraktursatz Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten und https://de.wikipedia.org/wiki/Langes_s Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten und https://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua-Fraktur-Streit Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten .
 
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August 2023: Wert- und Preisermittlung
#porzellansammler #sammlermarkt #wertepreisbestimmung
Was ist der faire Preis?
  • Preis ist, was jemand dafür verlangt und Wert, was jemand dafür bezahlt?
  • Angebot und Nachfrage regeln den Preis – ist nur eine Theorie!
  • Wert ist eher eine virtuelle Größe und deutlich spekulativ.
  • Der Verkaufspreis sagt nicht unbedingt etwas über den ›Wert‹ aus.
Fair ist der Kaufpreis immer dann, wenn der Händler nicht zu viel bekommt und der Käufer nicht zu viel bezahlt. Doch im aktuellen, wenn auch nur noch kurz andauernden Zeitalter der Profitmaximierung – um 1980 als Neoliberalismus ausgerufen – ist der eigene schnelle Vorteil alles?
Wie viel kann ich für gebrauchtes Porzellan verlangen?
Anfragen zum Wert und Verkaufspreis sind zweierlei. Auf den Verkaufspreis wirken sich aus die Herkunft, die Form, die Seltenheit, der Zustand und eben auch die (vermutete) Nachfrage. Wie sehr ein Nachfrageüberhang Einfluss auf die Preisbildung haben kann lässt sich leicht an den ersten Briefmarken (die rote und die blaue Mauritius) sehen – genau genommen nur ein älteres Stückchen bedrucktes Papier, nur eben heute extrem selten im Vergleich zur ursprünglich gedruckten Menge. Seltenheit oder Häufigkeit sind also schwer handhabbare Größen. Hier liegen zu viele Unklarheiten zwischen tatsächlich hergestellt und heute noch vorhanden; der Angebotsmarkt ist hier auch nicht aussagekräftig.
Beim Wert sieht dies kaum anders aus. Seltenheit, Alter und künstlerische Verarbeitung sind die wichtigsten Faktoren bei einer Wertbestimmung; meist in Verbindung mit dem Renommee des Herstellers. Bei Porzellan gibt es – insbesondere bei der Dekoration – durchaus viele Einzelstücke, jedoch hat dies nicht zwingend einen Einfluss auf den Wert.
Seltenheit ist ein komplexes Kriterium. Sammlereditionen mit einer Auflage von über 50 sind jedenfalls nicht selten. Einzelstücke sind zwar selten, aber nicht unbedingt begehrt. Doch während sich Einzelstücke auf dem hier vorgeschlagenen Weg relativ gut einschätzen lassen, sind ganze Service meist preislich niedriger anzusetzen.
Gibt es eine einfache Formel für die Wert-/Preisberechnung?
Vielleicht ist es naiv, aber ja, tatsächlich gibt es eine Methode für eine schnelle Wert-/Preiseinschätzung von Porzellan, welches in großer Serie oder als Massenware hergestellt worden ist, die recht gut funktioniert. Sofern sicher benennbar sind hier die dazugehörenden Eigenschaften für die Bewertung:
  • Hersteller (Renommee),
  • Alter,
  • Zustand,
  • Nachfrage,
  • Maße der Form.
Mit diesen Zutaten lässt sich durchaus eine Wert-/Preiseinschätzung durchführen.
  • Renommee: Der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad eines Porzellanherstellers gibt oftmals den Preisbereich vor. Die berühmtesten Hersteller sind die Porzellanmanufaktur in Meissen, KPM in Berlin, die Porzellanmanufaktur Nymphenburg oder die Porzellanmanufaktur Allach und ähnliche Firmen. Die Porzellanfabrik Rosenthal in Selb oder vergleichbare Hersteller bilden eine zweite Gruppe. Eisenberger Porzellanfirmen schaffte nur in ihrer Bestphase für wenige Jahre ein hohes Niveau, lag sonst aber über dem Niveau von Massenwarenherstellern wie beispielsweise die Porzellanfabrik Kahla.
    Stete Bedingung ist, dass die Porzellanscherben immer auch das Markenzeichen (Porzellanmarke) des Herstellers tragen müssen.
  • Das Alter des Porzellans ist oftmals auch ein gleichzeitiger Hinweis auf die Häufigkeit. Vor 1870 wurde Porzellan nicht industriell hergestellt und damit gibt es Massenware erst ab 1870. Tatsächlich ist relativ viel altes Porzellan in Sammlungen vorhanden – die tatsächlich existierende Menge ist nur unbekannt. Seit Jahren nehmen die Angebote (in Richtung Überangebot) an altem Porzellan deutlich zu – und der Preis fällt entsprechend.
  • Der Zustand eines Porzellanstückes ist für die Wert-/Preisbestimmung wesentlich.
    Leichte oder deutlich sichtbare Gebrauchsspuren oder sichtbare Schäden ist meist die korrekte Wortwahl für die Zustandsbeschreibung bei gebrauchtem und sonst »gefühlt unbeschädigtem« Gebrauchsporzellanen. Sichtbare Gebrauchsspuren oder schlimmer Schäden können sein:
    • herstellungsbedingt: sichtbare Unförmigkeit/Verformung, abgesenkter Spiegel, Glasurlücken, Brandriss, Brandfleck, Verfärbungen u.a.
    • handhabungsbedingt: Dekorabrieb, Dekorausbleichung, Kratzer, Flohbisse o.ä.
    Bei noch deutlicheren Handbabungsschaden, namentlich Abplatzer (Chip), Glasurspinne, Sprung, starker Glasurabrieb oder Glasurbrand, ist das Teil nur noch als Belegstück geeignet und erzielt kaum noch einen zweistelligen Preis. In mehrere Teile zerbrochenes Porzellan ist an sich nichts wert, auch wenn das Puzzle vollständig sein sollte.
    Völlig intakte und unbeputzte Stücke sind deutlich begehrter als beschädigte, aber auch viel seltener. Kratzer in der Glasur (durch Messer oder Gabel) oder Glasurabrieb (durch Löffel) sind mindestens als Gebrauchsspur oder sogar als Schäden zu werten. Ob der Schaden bereits bei der Produktion entstand oder erst später ist nur gering bedeutend: Schaden ist Schaden.
    Die Zustandsbenennung ist für eine Preisermittlung sehr strikt anzuwenden und nicht ›wohlwollend positiv‹. Vorzüglich gilt nur für echt vitrinenverwahrtes Porzellan mit nachweislicher Qualitätsstufe ›Sonderklasse‹ und ohne reinigungsbedingte Spuren. Gut gilt nur bei Porzellanen gleich Neuware in normaler Sortierqualität. Allerdings sind für einen Laien normale Sortierqualität und Porzellan mit kleinen Fehlern meist nicht unterscheidbar und Service wurden normalerweise nur in gemischter Qualität (II. bis IV. Wahl) ausgeliefert! Vgl. Eintrag im Glossar zur Sortierung – alternativ können für Eisenberger Porzellan auch die im Glossar genannten Preisklassen für eine Wertefindung angewendet werden.
  • Die vermutete Nachfrage bedeutet, den Markt einschätzen zu können, wie viele Nachfrager derzeit am Markt agieren bei zeitgleich vorhandenem Angebot. Dabei hilfreich sind bereits existierende Vergleichsangebote am Markt, insbesondere wenn ein Bietverlauf verfügbar ist.
    Bei der Einschätzungsstufe ›devotionalistisch‹ ist teils ein noch höherer Preis durch den Nachfrageüberhang ansetzbar.
  • Das Formmaß ist ein wichtiger Faktor; für Serien-/Massenware (Teile von Kaffee-/Tee-Service, Speiseservice o.ä. also klassisches Tischgeschirr; nicht für Nippes) gilt pro cm Maß 0,10 EUR summiert wie folgt:
    Maße immer in cm und immer gerundet.
    • Flachgeschirr (zB. Kuchenplatte, Teller, ovale/runde Servierplatte, Tablett, Untertasse, usw.):
      Durchmesser oder maximale Weite.
    • Schalen (zB. Becher, Eierbecher, Krug, Milchgießer, Sauciere, Schüssel, Tasse, Zuckerdose mit Deckel, Vase):
      Höhe + maximaler Schalendurchmesser + Standfußdurchmesser;
    • in cm: + + .
    • Eine Tasse mit Untertasse stellt hier eine Besonderheit dar. Beides gilt als Einheit, wenn Tasse und Untertasse von der gleichen Firma, dem gleichen Formmodell und dem gleichen Dekor sind (und nur dann!) und vor 1946 hergestellt.
      Gesamthöhe + Gesamthöhe + Untertassendurchmesser + Standfußdurchmesser der Untertasse;
    • in cm: + + + .
    • Hohlgeschirr mit Deckel (zB. Deckelvase, Kanne, Terrine mit Deckel):
      Gesamthöhe + Gesamthöhe + maximaler Gefäßkörperdurchmesser + Standfußdurchmesser (Maße ohne Henkel/Tülle);
    • in cm: + + + .
    Kleinserien, Einzelstücke oder auch sehr begehrte Porzellanware hat seine eigenen Regeln und lässt sich kaum pauschalisieren: Gutes Beispiel ist hier der Bereich des Zierporzellans (Nippes) wie Porzellanfiguren oder Porzellanmedaillen/-plaketten.
Wie jetzt, soll ich das ausrechnen?
Nachfolgend ist ein Kalkulationstool mit dem sich grob der »Wert« bestimmen lässt; alle Felder sind Pflichtfelder:
Wert-Preis-Tool (neueste Version)
Die Verwendung geschieht auf eigenes Risiko und ohne Gewähr
 
Kategorien
Faktor
Bewertungsstufen/Dimension
cm
8,0
4,0
2,0
1,0
16
11
8,0
4,0
2,0
1,0
0,7
5,6
3,2
1,3
0,7
0,1
8,0
4,0
2,0
1,0
0,5
Ergebnis:
 
© 2023 by Günther Schleu.
Hinweise zum Tool:
  • Details zu den Kategorien finden sich im Text oberhalb und sind strikt anzuwenden: Abwägungen zum Zustand „nur ein Kratzer, sonst perfekt“ sind wie „nur ein bisschen schwanger“; es gilt: entweder „perfekt“ oder „Kratzer“, und damit für Letzteres: ›Gebrauchsspur‹ oder sogar ›Schaden‹.
  • Anwendungswarnung: Das Ergebnis kann deutlich niedriger ausfallen als erwartet. Verschiedene Test an bekannten und vorhandenen Stücken zeigen aber ein Ergebnis im oberen Bereich, also eher einen Maximalwert.
  • Zu beachten ist, dass der hier ermittelbare ›Wert‹ noch keine perfekte Angabe für einen Verkaufspreis in EUR bedeutet, sondern vielmehr einer ersten Einschätzung dienen darf. Der realisierbare Verkaufspreis kann durchaus weniger als ein Viertel betragen, nur selten dürfte der errechnete Wert 1:1 in EUR übertragen werden können.
  • Nicht jeder rechenbare Wert entspricht auch real existierendem Porzellan; zB. Massenware vor 1870 gibt es nicht und ›vorzüglich‹ als Zustand ist wirklich sehr selten.
  • Warum wird die Seltenheit nicht in der Einschätzung berücksichtigt? Seltenheit korreliert nicht zwangsläufig mit der Nachfrage und ist keine kalkulierbare Größe.
Bei einem Nachfrageüberhang kann der Kaufpreis nicht korrekt abgebildet werden. Hier ergeben sich teils deutlich höhere Preise; dies betrifft insbesondere spezielle Sammelgebiete. Denn viele Sammler orientieren und richten ihre Sammlung an einem Dekorationsstil oder einer bestimmten Zeitspanne oder einer bestimmten Form aus. Dies führt gelegentlich zu einem (aktiven) Nachfrageüberhang bei sehr begehrten Dekorarbeiten bzw. Ausformungen.
Bei einem Angebotsüberhang ist allerdings nur ein deutlich niedrigerer Preis zum Verkauf führend.
Wie lautet die Formel?
Ganz einfach:
Die hinterlegten Faktoren der zutreffenden Angaben (siehe Tabelle oben) miteinander und mit der CM-Angabe multiplizieren. Mehr braucht es nicht. Nichts anderes macht das Tool. Entscheidend für das Ergebnis sind also nur die Bewertungen der Kategoriedimensionen mit einer Zahl.
Konsequenzen für porzellanfieber.de?
Wenig bis keine. Tatsächlich wird schon seit Jahren ähnlich gewertet. Mit diesem Tool steht nun lediglich ein Werkzeug zur Berechnung zur Verfügung, welches ein eigenes Abwägen erleichtert.
Vor allem hochpreisige Angebote wurden und werden durchkalkuliert und meist dann verzichtet, da die vermeintliche Seltenheit oder der überhohe Auslösepreis in keinem gesunden Verhältnis zum Porzellan steht. Dieses Projekt lebt letztlich auch nur, so lange am Markt auch faire Preise möglich sind und bleiben.
Die im Suchbereich 👁 von porzellanfieber.de genannten Teile werden gesucht, so lange die Einträge vorhanden sind. Nebenbei, es werden auch Sachspenden angenommen: Porzellanstücke, aber auch Werbematerialien oder auch Porzellanliteratur. Kontakt ist stets über die im Seitenfuß stehende eMail-Adresse möglich; es kann allerdings sein, dass die Antwort etwas dauern kann.
 
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Juni 2023: Wohin mit Porzellan welches verbotene Symbole ziert?
#devotionalien #gesetzteskonform #porzellansammler
Behalten, weggeben oder vernichten?
  • Grundsätzlich kann Porzellan nichts für einen Aufdruck.
  • Lernen und Verstehen bedeutet immer auch ein Kennen.
  • Für die Geschichtsbetrachtung ist originales Material notwendig.
  • Ein »aus den Augen, aus dem Sinn« funktioniert hier nicht respektive ist nicht zielführend.
  • Verbote bewirken meist einen unübersehbaren Schattenbereich.
Hakenkreuz (Fyrfos, Swastika), Sig-Runen (SS) aber auch andere Zeichen und Formulierungen sind nach aktuellem deutschen Recht (StGB § 86a) immer dann verboten, sobald diese in einer Art und Weise gezeigt werden, die eine befürwortende Zurschaustellung der damit geschichtlich verbundenen Ideologie der Nationalsozialisten bedeutet. Auch ein unkommentiertes Zeigen erfüllt bereits diesen Tatbestand, da davon ausgegangen wird, dass das Zeigen des Symbols für die Ideologie selbst stehen soll. An dieser Stelle darf nicht vergessen werden, dass insbesondere die Swastika schon Jahrzehnte vorher auf vielerlei Weise verwendet wurde; vgl. Glossareintrag zur Swastika.
Anders ausgedrückt: Ein Zeigen dieser Symbole im Rahmen geschichts-wissenschaftlicher Betrachtung oder auch zur geschichtlichen Aufklärung zu den Geschehnissen in der Zeit zwischen 1920 und 1945 ist nicht verboten, sondern explizit erlaubt und auch notwendig.
Was nun, wenn im Keller, Speicher oder Schrank derartig verzierte Gegenstände gefunden werden?
Erst einmal ruhig bleiben. Da von solchen Zeichen selbst keine Schadwirkung ausgeht, sind Panik und Irrationalität unangebracht. Wer hier einer Art Hexenjagd verfällt, kämpft an der verkehrten Stelle.
Solange nicht klar ist, was mit den Teilen geschehen soll, ist einfach wieder zurücklegen und erst mal überlegen oder recherchieren eine praktikable Strategie.
Denn Tatsache ist, die Zahl solcher Stücke wird stetig weniger – und nicht nur, weil immer wieder einmal auch etwas unbeabsichtigt zu Bruch geht.
Ist ein Verkauf solcher Gegenstände legal?
Ja. — Wer solche Gegenstände nicht behalten will, kann sie problemlos verkaufen. Allerdings ist für den Verkauf – um Ärger mit Meldehelden (Denunzianten) zu vermeiden – ein Abkleben besagter Symbole mit etwas Papier (es reicht schon ein Schnipsel) empfehlenswert.
Anders ausgedrückt: Manch ein Mensch empfindet solche Zeichen als Provokation oder gar als Gefahr für unsere Demokratie und durch verdecken lässt sich dies mit vergleichsweise geringem Aufwand verringern. Denn wer auch immer sich bei abgeklebten Symbolen immer noch unangemessen angesprochen oder gar provoziert fühlt, der ist möglicherweise mehr Teil des Problems als dessen Lösung. Die teils inzwischen erhobene Forderung auch bei Zeitungen, Briefmarken und Münzen mit entsprechenden Symbolen destruktiv umzugehen zeigt die Überzogenheit des aktuellen, aber verkehrt verstandenen und hyperflationären Entnazifizierungsrundumschlags. Denn von Dingen geht keine ›Nazifizierung‹ aus, sondern stets von fehlender Aufklärung gepaart mit mitmenschenverachtenden und verführerischen Parolen bis hin zu einer Entmenschlichung Andersdenkender einschließlich gesellschaftlicher Ausgrenzung, Tabuisierung und Stigmatisierung.
Ist es rechtens, dass mein Internetangebot einfach gelöscht wird?
Grundsätzlich gilt bei Internetauftrittanbietern wie Auktionshäusern oder Social-Media-Seiten das Hausrecht. Hier wird meist generell die Anzeige verbotener Symbole ausgeschlossen und entsprechend eingestellte Angebote kommentarlos gelöscht. Bei Wiederholung droht sogar unangekündigt eine Sperre der Mitgliedschaft. Hier hilft nur das Lesen der Bedingungen des Anbieters vor dem Einstellen.
Sofern abgeklebt gibt es normalerweise keine Schwierigkeiten.
Warum will jemand solch einen Gegenstand überhaupt erwerben?
Gründe gibt es vielerlei, beispielsweise:
  • Geschichtliches Interesse, insbesondere an der herstellenden Porzellanfabrik; ein sehr legitimer Grund.
  • Geschichtliches Interesse an der Region der Verwendung oder Herstellung; auch ein sehr nachvollziehbarer Grund.
  • Geschichtliches Interesse am Zeitgeschehen und die Auswirkungen auf das Alltagsleben; auch ein normaler Grund.
  • Besitz von Nazi-Devotionalien, auch wenn dies mitunter nicht einmal zutreffen muss; also letztlich Eitelkeit, und damit auch ein erlaubter Grund.
Nicht der Verkäufer muss sich viele Gedanken machen, sondern der Käufer. Das Kaufmotiv verpflichtet den Käufer! Soll heißen ein Verkäufer ist hier nicht zu einer wie auch immer gearteten ›Prävention‹ verpflichtet.
Wie viel darf ich verlangen?
Es ist relativ simpel: Wahre Sammler haben eine klare Preisgrenze, themenfaszinierte Devotionalisten dagegen zahlen auch deutlich überhöhte Preise.
Je nach Zustand (zwar mit Gebrauchsspuren, aber ohne deutlich sichtbare Handhabungsschäden!) sind beispielsweise für Flachgeschirrteile (Weißware) mit Wehrmachts(glied)abnahmemarkung ca. 0,5 bis maximal 1 EUR pro cm Durchmesser realistisch und auch fair. Dabei liegt der »Nutzwert« lediglich im Bereich von vielleicht einem bis drei Euro. ›Fans‹ zahlen mitunter deutlich mehr und stören damit den Sammlermarkt der Geschichtsinteressierten und locken zudem Fälscher auf den Plan; so wird alles zu einer Frage der Gier.
Oder lieber doch vernichten?
Gehört so ein »Nazischeiß« nicht auf den Müllhaufen der Geschichte? — Nein.
Zerstören bewirkt immer das, was es für sich selbst bedeutet. Durch Zerstörung wird nichts heil. Vernichten oder auch nur Abschleifen ist sinnlose Zerstörung. Entnazifizieren geht anders – ganz ohne Verfälschung von Artefakten oder Tatsachen.
Wer bewusst mit der Geschichte umgeht und aus der Vergangenheit lernen will, wird niemals etwas Altes – egal aus welcher Zeit es stammt und wie in der Gegenwart über diese Phase der Geschichte gedacht wird – einfach kaputt machen, sondern lieber derartige Gegenstände in Hände geben, die damit umzugehen verstehen.
Umgekehrt ausgedrückt: Wer zerstört, will tendenziell eher nicht lernen, sondern geht in eine Vermeidungs- oder Schonhaltung – die Wiederholung der Geschichte ist dann leider vorprogrammiert –; eine Unausweichlichkeit aus mangelndem Wissen zur menschlichen Natur und aus mangelndem Erkennen der Anfänge solchen antidemokratischen Wirkens.
Zur Sammlungserweiterung, für porzellanfieber.de gesucht (Stand: Juni 2023):
Da auch die Eisenberger Porzellanfabriken in der NS-Zeit Geschirr und Nippes mit systemrelevanter Symbolik herstellte wird dies für den Aufbau der umfassenden Sammlung auch gesucht. Dazu gehören zB.:
  • Porzellanfabrik Bremer & Schmidt: Geschirr mit Wehrmachtsmarke.
  • Porzellanfabrik Jäger: Porzellanbuttons zum Kreisbauerntag 1934 oder Wehrverband Stahlhelm 1934 oder Marktfest 1935 und 1936, Porzellanmedaillen/-plaketten der Zeit, Kantinengeschirr der Reichs- und Kriegsmarine, Reichs-/Arbeitsdienst, so hergestellt auch Luftwaffe/SS o.ä.
  • Porzellanfabrik Kalk: Porzellanbuttons zum NSDAP-Kreisparteitag 1934, Andenkenporzellane und Konsumgeschirr mit Reichssymbolen.
  • Porzellanfabrik Reinecke: Kantinengeschirr der Reichsautobahnen.
  • Andere mir bislang nicht bekannte oder benannte Porzellanteile mit entsprechendem Zeitbezug.
  • Werbeschriften/Werbeblätter aus der Zeit.
Noch was?
Für eine weitere Lektüre: https://blogs.faz.net/blogseminar/ein-markt-fuer-nazi-devotionalien/ von Vera Weber (2017), deklariert als „Eine Recherche in der braunen Grauzone“ – lesenswert insbesondere auch die Kommentare.
 
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Mai 2023: Die mühsame Suche nach Firmendaten
#firmengeschichte #porzellansammler #wissenteilen
Zusammentragen und Teilen?
  • Die Zeit vergeht — schneller als man denkt!
  • Desinteresse ist wohl der größte Förderer des Vergessens.
  • Wissen zurückhalten ist menschlich – doch der Mensch ist vergänglich und mit ihm sein Wissen.
  • Der effektivste Weg Wissen zu bewahren ist, es zu teilen.
  • Zusammen sind wir stärker und erfolgreicher.
Etwa 195 Jahre lang wurde in Eisenberg Gebrauchsgeschirr und Nippes aus Porzellan hergestellt; bis 1991 – und dann war Schluss. Und obwohl es noch nicht einmal 50 Jahre her ist, ist manches Wissen bereits wieder verloren. Oder aber es befindet sich im Besitz weniger Menschen, die dieses Wissen nicht teilen – warum auch immer.
Wenngleich sich die Stadt Eisenberg in Bezug zu ihrer Porzellangeschichte keineswegs verstecken braucht, so fehlt derzeit doch der entscheidende eigene Impuls für den Wissenserhalt. Hier funktioniert nur aufeinander zugehen und miteinander reden. Wenige andere Orte haben es tatsächlich durch eine Vereinsgründung geschafft, dass die Erinnerung um die ehemaligen Porzellanhersteller erst einmal erhalten bleibt und das Wissen um diese gesammelt wird. Auch mancher Heimatverein hat sich intensiv des Themas angenommen.
Gerade Sammler horten ihr Wissen gerne, da sie glauben dadurch einen Informationsvorsprung zu haben. Und so sehr dies für eine kurze Zeit stimmen mag, geht gerade dadurch viel Wissen für immer verloren. Selbst wenn dieses Wissen aufgezeichnet wurde und noch in Papierform erhalten ist, so bedeutet dies den Erben mitunter nichts und landet einfach im Müll. Nur wer dies zuverlässig verhindert wissen will, teilt sein Wissen rechtzeitig.
Anders ausgedrückt: Wer sein Wissen nicht teilt lebt nach dem Motto: Nach mir die Sintflut.
Fehlende Dokumentation oder deren zu frühe Zerstörung
Zur Eisenberger Porzellangeschichte gibt es eine ganze Reihe von ungeklärten Fragen bezüglich Firmendaten.
  • Firmendaten wie Eigentümer, Designer, Mitarbeiter – wer machte wann was?
    Nach dem Fall des Herstellungsmonopols in Eisenberg in den 1860er Jahren gab es viele Firmengründungen. Bis Ende der 1920er Jahre verschwanden die meisten dieser Firmen ohne eine Historie zu hinterlassen. Die 1930er Jahre waren wohl die schaffensstärksten überhaupt. Doch leider sind scheinbar selbst amtliche Register – wie das Handelsregister – lückenhaft.
    Und schließlich gab es mit der Verstaatlichung ab 1958 kaum noch Eigenentwicklungen. Bis Ende 1976 gab es nur noch einen Fertigungsstandort in der Werksstraße, wo fast nur noch Massenware für den Export hergestellt wurde.
  • Porzellanmarken – nur welches ist das tatsächliche Zeitfenster der Verwendung?
    Bei manchen Firmen ist eine Porzellanmarke noch nicht einmal bekannt oder deren Aussehen ist fraglich. Beispielhaft sind hier die Porzellanfabrik Wilhelm Kunze oder die Porzellanmalerei von Paul Richter, Karl Hein oder Anton Kempf.
  • Fertigerzeugnisse – welche wurden für wie lange hergestellt?
    Porzellankataloge oder andere Werbeunterlagen oder die Dekorationsaufzeichnungen aus der Zeit von vor 1930 sind kaum noch oder gar nicht mehr vorhanden. Solche Unterlagen sind jedoch für die Forschung unerlässlich.
Leider ist in vielen Familien die Arbeit in der Porzellanindustrie bereits in Vergessenheit geraten – teilweise – beinahe – ganz.
Zu kleinen Betrieben gibt es überwiegend nur sehr lückenhafte Überlieferungen
Oder es finden sich in Zeitungen und Zeitschriften zwar Einträge zu Porzellanherstellern, aber weder etwas über ihre Produkte noch über die verwendeten Porzellanmarken. Gerade dieses Wissen wird immer rarer und verschwindet wahrscheinlich spurlos.
Besser zusammentragen
Gründe für ein Zusammentragen gibt es viele:
  • Bevor das Wissen verloren geht.
  • Alle Interessierten profitieren von einer Wissenssammlung.
  • Zu viele Lücken wecken bei den jungen Generationen kaum Interesse, dafür aber Langeweile.
Immer mehr junge Menschen tappen in die Smartphonefalle und nutzen das Gerät wie ein externes Gehirn und Kommunikationsorgan. Für jeden Menschen, der diesen kleinen Zeitfresser erst einmal zum unentbehrlichen Gerät in seinem Leben erklärt hat, treten andere Dinge in ihrer Bedeutung zurück – doch digital bedeutet virtuell und hier ist der Aspekt der Vergänglichkeit noch gar nicht ermessen. Darunter leidet leider nicht nur das Gedächtnis, sondern auch das Durchhalte- und Konzentrationsvermögen – so scheint es zumindest –; unentbehrliche Fähigkeiten von Sammlern. Das Interesse an der jüngeren Geschichte wird zudem leider schulisch stark entspaßt und eine Heimatverbundenheit ist längst aus der Erziehung gestrichen.
Wozu sich heutzutage noch eine Sammlung antun? Kann das nicht jemand anderes machen? Nur wer – wenn nicht ich, wann – wenn nicht jetzt, wo – wenn nicht hier?
An dieser Stelle muss noch geschrieben sein, dass es durchaus auch Mitmenschen gibt, die ähnlich denken, und ihr Wissen und ihre Daten bewusst teilen.
 
 

Quellennachweis/Zitation

Quelle

Erstveröffentlicht auf der Startseite von porzellanfieber.de.
 

Zitation

 
 
 
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Zuletzt aktualisiert:
Hier abgebildete Geschirrteile und Firmen­unterlagen stehen derzeit nicht zum Verkauf oder Tausch.