Hintergrund: DIN für Kantinengeschirr • 5051 (Teller), 5052 (Tassen), 5053 (Mannschaftsbedarf) [ab 1928 - 1945]

Wirtschaftsporzellan

Teller

DIN 5051; vom Oktober 1928

Die Angaben des Normenblattes beschränken sich auf die Abmessungen der Teller; Güte, Farbe und Ausführung sind nicht genormt und daher bei Bestellung gesondert anzugeben.
Die Teller werden in zwei Dicken ausgeführt, nämlich mit 4 mm und mit 6 mm Wandstärke; die ersten sind mit „halbdick“, die zweiten mit „dick“ zu bezeichnen.
Speise- und Suppenteller werden normengemäß in zwei verschiedenen Größen mit Außendurchmessern von 23 und 24 cm geliefert, Frühstücksteller ebenfalls in zwei Größen, nämlich mit 19 cm und 20 cm Außendurchmesser. Bei Kuchentellern ist der Außendurchmesser 17 cm und bei Kompottellern 15 cm.
Die Benennung der Teller erfordert die Angabe von Dicke und Durchmesser.
Nach dem im Jahre 1936 erschienenen Normblatt DIN 5053 (siehe unten) ist für Mannschaftsbedarf der Speiseteller 23 dick und der Suppenteller 23 dick zu liefern. — Das Normenblatt ist ausgearbeitet von Fachnormenausschuß für Porzellangeschirr.

Tassen

DIN 5052; vom Oktober 1928

Die Normung bezieht sich auf Mokkatassen mit 0,14 Liter Inhalt, auf Kaffeetassen mit 0,18 bis 0,20 Liter Inhalt und auf Suppentassen mit 0,23 bis 0,25 Liter Inhalt.
Mokkatassen werden normengemäß mit Wandstärken von 3 oder von 4 mm (dünn oder halbdick) geliefert, Kaffeetassen nur mit 6 mm Wandstärke (dick) und Suppentassen mit 4 oder 6 mm Wandstärke (dick oder halbdick).
Das Normenblatt zeigt die Abbildung von Tassen in 3 Formen: A = Einsatztasse, B = Konische Tasse und C = halbhohe Tasse. Für Mokkatassen kommt nur die Form C mit 5,3 cm Höhe und 7,4 cm oberem Außendurchmesser in Betracht; der Außendurchmesser der Untertasse beträgt in diesem Fall 12,7 cm. — Kaffeetassen werden in Form A mit 5,8 cm Höhe und 8,6 cm oberem Außendurchmesser und in Form B mit 7,5 cm Höhe und 8,3 cm oberem Außendurchmesser geliefert; für die Untertasse ist in beiden Fällen ein Außendurchmesser von 14,5 cm vorgeschrieben. —
Für Mannschaftsbedarf ist gemäß DIN 5053 die „Kaffeetasse A dick“ zu liefern. Als Suppentasse kann Form A mit 6,4 cm Höhe und 8,,9 cm oberem Außendurchmesser, Form B mit 8,7 cm Höhe und 9,6 cm oberem Außendurchmesser oder Form C mit 6,3 cm Höhe und 9 cm oberem Außendurchmesser geliefert werden. Der Außendurchmesser der Untertasse ist für alle drei Formen auf 15,5 cm festgesetzt. — Normblatt bearbeitet vom Fachnormenausschuß für Porzellan.

   A    Einsatztasse
Trinkbecher A, Einsatztrinkbecher B, Eßnapf C
   B    Konische Tasse
Trinkbecher A, Einsatztrinkbecher B, Eßnapf C
   C    Halbhohe Tasse
Trinkbecher A, Einsatztrinkbecher B, Eßnapf C

Bilder A — C: Tassen. Wirtschaftsporzellan nach DIN 5052.

Trinkbecher A, Einsatztrinkbecher B, Eßnapf C
Größe Inhalt
l
Außendurchmesser Höhe
ohne
Deckel
Dicke
oben unten
30 0,3   6   6,1 10,7 0,35
60 0,6   7   7,3 13,2 0,4  
100 1      8,4 8,9 15,5 0,4  
150 1,5   9,4 10,2 18   0,45
200 2      10   11 19,7 0,5  
250 2,5   10,1 11,2 22,2 0,5  
325 3,25 11   12,9 24,2 0,5  

Bild [unten] links und Tabelle: Kaffeekanne für Mannschaftsbedarf nach DIN 5053.

Porzellangeschirr für Mannschaftsbedarf

DIN 5053; vom August 1936

Genormt sind die Formen und Abmessungen folgender Geschirre für den Mannschaftsbedarf: Eßnapf, Trinkbecher, Suppenschüssel, Fleischschüssel, Speisenapf, Tunkenschüssel, Kompotteller, Senfnapf, Salznapf, Kaffeekanne, Teekanne, Milchkanne, Speiseteller, Suppenteller und Kaffeetasse.
Die technischen Lieferbedingungen gelten für handelsübliche Ware erster bis dritter Wahl und lauten:
1) Das Geschirr soll rein weiß sein, wenn nicht bestimmte Farben zur Kennzeichnung oder zum Schmuck besonders vereinbart werden. Zu verwenden ist glattes, schweres Porzellan. — 2) Die Geschirrteile sind mit unglasiertem Tellerfuß zu liefern, müssen am Boden gut aufliegen und dürfen keine Unebenheiten aufweisen. — 3) Das Porzellan kam sichtbare, leicht erkennbare, geringfügige Fehler haben, jedoch sind blasige Stellen (Pocken), Risse und Brandflecke unzulässig. — 4) Das Porzellan muß gegen plötzliche Temperaturunterschiede bis zu 100 °, wie sie bei normalem Gebrauch vorkommen, unempfindlich sein. — 5) Das Porzellan muß auf mindestens Segerkegel 13 gebrannt sein. Der Scherben muß vollkommen gesintert sein, d. h. er darf auch keine Spur von Flüssigkeit mehr aufnehmen. Die Glasur muß rein weiß stahlhart und von gutem Glanz sein. — 6) Für Form und Größe sind die in DIN 5051, 5052 und 5053 enthaltenen Angaben verbindlich, fehlende Maße sind freie Maße. Zulässige Maßabweichungen ± 3 %. — 7) Soll auf Wunsch eines Bestellers das Geschirr mit einem genau bestimmten Kennzeichen versehen werden, so ist dieses auf der Unterseite des Geschirrs unter der Glasur einzubrennen. — 8) Firma des Herstellers und Jahreszahl der Anfertigung sind auf der Unterseite des Geschirrs unter der Glasur einzubrennen.
Trinkbecher A, Einsatztrinkbecher B, Eßnapf C






Bild und Tabelle: Suppenschüssel für Mannschaftsbedarf nach: DIN 5053. Die Maße sind in cm angegeben.
Außendurchmesser Breite Inhalt
l
Dicke
oben unten
23,5 15,8 17 4,5 0,8

Die Suppenschüssel hat als Griffe zwei haltbare, gefällig ausgeführte Ansätze, die nicht in Hohlguß ausgeführt werden dürfen und nicht die Form von Henkeln haben sollen.

Trinkbecher A, Einsatztrinkbecher B, Eßnapf C








Bild und Tabelle: Fleischschüssel für Mannschaftsbedarf nach: DIN 5053. Die Maße sind in cm angegeben.
Länge Breite Höhe Dicke
41 26,5 4,2 0,8

Trinkbecher A, Einsatztrinkbecher B, Eßnapf C
                    A                                             B                                                    C
Form: Außendurchmesser Höhe Dicke
A 8,5 cm 13,5 cm 0,6 cm
B 10,5 cm 9,7 cm 0,7 cm
C oben 21,5 cm
unten 12,5 cm
9,7 cm 0,8 cm

      A = Hoher Trinkbecher; B = Einsatztrinkbecher; C = Eßnapf.

Diese drei Geschirre können auch in Steingut geliefert werden, was bei der Bestellung besonders anzugeben ist. — Der Wulst des Eßnapfes hat eine Höhe von 2,5 cm und eine Dicke von 1 cm. — Beim Einsatztrinkbecher beträgt der Durchmesser am Boden 8,8 cm und die Höhe der Verjüngung 1 cm.

Das Normblatt ist unterzeichnet vom Fachnormenausschuß für Mannschaftsbedarf, vom Reichskriegsminister und Oberbefehls­haber der Wehrmacht, vom Reichsführer SS., von der Reichsleitung des Arbeitsdienstes und von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft.

Quelle: Taschenbuch für Keramiker (1937): Seiten 34 - 38. [34 35 36 37 38]
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