Porzellanfabrik Kalk in Eisenberg/Thüringen • Unterglasurdekor • »Zwiebelmuster«

Zwiebelmuster als Dekormotiv

Die hier gezeigte Blüte der blühenden Ranke entspricht in der Gestaltung jenen auf Keramikwaren. Die Vorlagen für das Muster stammen wahrscheinlich noch aus der Zeit des Fabrikvorläufers - Steingutfabrik Geyer, Koerbitz & Co.  -, welche Keramiken mit Zwiebelmuster herstellte, und wurden ab 1900 für Porzellanwaren praktisch unverändert übernommen.Die existierende Namenvielfalt ist begründet in regionalen Bezeichnungen, aber auch wahrnehmbaren Varianten beim ausgeführten Dekor selbst. Die Bezeichnungen »Blaumodell«, »Zwiebelmuster«, »Blue Onion« und viele andere, benennn einen Dekorationsstil, dessen Hauptinhalt ein Spiegelmotiv bzw. Gefäßwandmotiv darstellt: Ein Bambuszweig, daran eine blühende Rankenpflanze, ein Pingstrosenblatt und Chrysanthemenzweig mit Knospen und offener Blüte.
Die Tellerfahne oder der Plattenrand ist verziert mit einem Blumenzweig, Granatapfel und Pfirsich, jeweils mit angedeutetem Blattwerk.
Da der Dekor handgemalt wurde, findet sich eine Vielzahl von Varianten bei den Dekorelementen und dem Arrangement. Die hier gezeigten Abbildungen fassen diese Tatsache nur unzureichend.

Spiegelmotiv

Blume auf Tellerfahne

Granatapfel mit Laub

Blume auf TellerfahneBlume auf TellerfahneBlume auf Tellerfahne

Pfirsich mit Laub

Blume auf TellerfahneBlume auf TellerfahneBlume auf Tellerfahne

Die Namensgebung in Eisenberg

Das Meissner Urmotiv, um 1728 bis 1730 erstmals gemalt, geht teilweise auf chinesische Vorlagen zurück bzw. entwickelte sich möglicherweise im Handelsaustausch mit asiatischen Porzellamherstellern (?).
Eingeführt wurde dieser Dekorationsstil in Eisenberg vom Prozellanfabrikanten Ludwig Mehlhorn als handgemalter Aufglasurdekor, ungefähr um 1883, im thüringer Raum etwa 10 Jahre zuvor von der Rauensteinschen Porzellanfabrik Greiner, Fr. Chr. & Söhne. Mühlenfeld ließ ab etwa 1885 das als »Blaumodell« (bitte nicht verwechseln mit Strohmodell) beworbene Dekor unter der Glasur aufbringen.
In der der Porzellanfabrik Kalk vorhergehende Steingutfabrik Geyer, Koerbitz & Co. wurde Zwiebelmuster auf Steingut gemalt. Diese steingutspezifische Gestaltung des Dekors wurde in den Jahren ab 1900 teilweise in der Porzellanmalerei übernommen.
Spätestens um 1895 war der Dekorbegriff »Zwiebelmuster« geläufig.
Leider ist die Zeit der Eisenberger Produktion vor 1900 kaum belegt und die Anfänge in Meissen liegen ebenfalls im Unklaren.

Bekannte Porzellanmarken

Die Kalker Porzellanmarke findet sich nicht durchgängig auf allen Geschirrteilen. Die Firmenzuordnung ist aufgrund fehlender alleinstellenden Merkmale der Form überwiegend nicht möglich.

Dekorationsbeispiele

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