Eisenberger Porzellan • Vielfalt

Die Geschichte der Eisenberger Porzellanfabriken begann im Jahre 1756 mit dem Antrag von Herrn Matthias Eichelroth aus Gera, in Eisenberg Porzellan zu verfertigen. Die zuständige Landeskammer in Altenburg lehnte diesen Antrag ab, da über den Antragsteller bekannt wurde, dass er keinesfall über das notwendige Wissen verfügte, auch nur Fayence- und Steingutartikel in ansprechender Qualität herzustellen die die geforderten Freiheiten unangemessen erschienen.
Erst 1796 verlieh die Regierung des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg dem Bewerber, Herrn Heinrich Ernst Mühlberg das zur Porzellanherstellung notwendige Privileg. Es begann ein wechselvolles Auf und Ab der Firma, welche im Konkurs endete. Damit fiel auch das Privileg, allein in Eisenberg Porzellan herstellen zu dürfen und alsbald wurden weitere Porzellan- und Steingutmanufakturen gegründet.
Während im Jahre 1900 vier mittelgroße Porzellanfabriken und einige kleinere in Eisenberg tätig waren, geschah im Rest der deutschen Landen bereits ein erster Verdichtungsprozess und damit eine Kapitalgesellschaftsbildung auf Aktienbasis und Konzenbildung. Der Vorstoß von Kommerzienrat Mühlenfeld kurz vor dem 1. Weltkrieg, die Eisenberger Porzellanfabriken in einer Kapitalgesellschaft allerdings ohne Bankenbeteiligung zusammenzuführen misslang. So blieben bis zur Verstaatlichung und Einverleibung der Porzellanwerke in den VEB Porzellankombinat Kahla die Firmen zumindest teilweise eingenständig bzw. die kleineren Fabriken und Dekorationsstuben verschwanden.
Diese Tatsache erklärt zwar die 1991 endende Phase der Herstellung von Porzellanen in Eisenberg nach nicht einmal 200 Jahren, jedoch erzeugte diese Situation den Marktdruck vielfältiger Anpassungen an den Geschmack der Zeit in erfreulich vielgestaltiger Ausprägung. Der Versuch, alle Marktsegmente abzudecken wurde jedoch immer wieder wegen Qualitätsmängel beendet. Aus qualitativer Sicht war die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen die schaffenstärkste und hochwertigste. Nach dem zweiten Weltkrieg lag der Schwerpunkt mehr auf Masse als auf Klasse, so dass ab 1958 die Betriebe immer unrentabler wurden. Veraltete Produktionsmittel, geringe Flexibilität im Design, Marktveränderungen in Bezug auf Geschmack und Funktion sowie die vielfache Konkurrenz führten nur 15 Jahre später zum finalen Akt des Anschlusses an die VEB Kahla und mündete sang- und klanglos aus in der Stilllegung der einzelnen Werkteile.
Die Produktivität der Eisenberger Porzellanfabriken kann heute nur grob geschätzt werden mit etwa 400 Tausend Tonnen. Dies entspricht nach gegenwärtigem Maßstab (2014) etwa einem Service pro bestehendem Haushalt in Deutschland.

Porzellan mit und ohne Herstellermarke

Eine Vielzahl von Eisenberger Porzellanmarken sind bislang bekannt geworden. Daneben finden sich auch viele Porzellanstücke ohne Marke, teils mit sicherer Zuordnung zu einer der Porzellanfabriken, teils ganz ohne Zuordnung.
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