Mehr zum jährlichen Fest der Porzelliner mit Porzellanflohmarkt am ersten August-Wochenende in Selb/Oberfranken
Foto-Galerie.
2008
Nächster Termin (voraussichtlich):
Samstag, 7. August 2027 (ab 8:00 Uhr)
Countdown:
Beginnt es wieder zu schimmern?
Die Entscheidung für sich, auch 2026 einen Ausflug zum Porzellanflohmarkt zum Porzellinerfest in Selb zu unternehmen, bei den aktuellen allgemeinen Preissteigerungen, war alles andere als leicht. Führend dabei war der Gedanke eine Pause einzulegen und lag nach der Angebotssituation und dem Eindruck der letzten Jahre recht nahe. Und die getroffene Entscheidung war kein Fehler, wie sich dann herausstellte. So ging es denn zum 18. Mal zum Porzellanflohmarkt, wenn auch mit einer latenten Erwartung von Erfahrungswertewiederkehr.
Angesagt waren für Samstag etwa 350 Flohmarktstände und Wetter - nun ja zeitweilig tröpfchenförmige Feuchtigkeit. Wenn jedoch allein die Ankündigung von Regen Menschen von einem Porzellantrödelmarkt fernhält, dann stellt sich die Frage, ob diese Menschen fürchten zu schmelzen oder gar, dass sie Bedenken tragen, dass das Porzellan Schaden durch den Regen ereilen könnte? Nur warum dann nicht gerade im letzteren Fall möglichst schon ab 8 Uhr das an sich begehrte Porzellan „retten“ gehen? Doch Scherz beiseite, vielen Besuchern ging es vermutlich ähnlich wie mir, nur dass sie sich gegen einen Besuch entschieden.
Wie also sonst lässt sich die doch geringe Besucherzahl im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt erklären? Dabei hielt sich die Regenmenge bis zum Mittag in deutlichen Grenzen von Minuten mit erhöhter und aushaltbarer Tropfigkeit; und niemand der da war störte sich ernsthaft am Wetter; die milde Temperatur war beim Durchgang eher angenehm. Ja, die letzten Jahre war der Markt tatsächlich unter einem Bergab leidend, doch es stellt sich heraus, dass es gelungen ist, einige neue Anbieter zu gewinnen – und ja, das ist in jedem Fall positiver Aufschwung –, selbst wenn das eigene Sammelgebiet nicht allzu sehr davon betroffen ist. Es können wirklich nicht genug neue Anbieter sein! Weniger Besucher bedeutet für einem selbst unter Umständen deutlich mehr Auswahl vom Gesuchten. Zudem ein besseres Duchkommen trotz Lastentransportsystem. Nur leider für Verkäufer weniger potentielle Kunden und in Summe braucht es auch die Vielzahl an Käufer. Es braucht beides.
Die Stimmung war insgesamt gemischt. Nur selten konnte der Wunschpreis realisiert werden und das ist ein schwieriges Thema für sich, weil teils auch deutlich überhohe Preise aufgerufen wurden. Jedoch: Wer hier zu gnadenlos runterhandelt riskiert beim Verkäufer so viel Frust, dass dieser in den kommenden Jahren wegbleibt – und das erweist sich dann als eine einbahnstraßenartige Strategie. Realismus gepaart mit Fairness steht beiden Seiten eines Verkaufes gut.
Vorgefunden wurde eine insgesamt ansehnliche bunte Mischung und dies hat dem Markt gutgetan. Auch ältere Porzellane aus den 1930er Jahren oder früher gab es in kleinen Mengen. So eine Vielfalt belebt den Markt neben all den regionalen Herstellern mit ihren Produktspektren, dass ungebrochen die Masse der Angebote darstellte. Wer dieses Jahr Figuren oder Vasen suchte, wurde, wie auch in den Vorjahren, möglicherweise fündig; dominierten diese beiden Produktkategorien bei den Einzelstücken sehr deutlich.
Highlights gab es auch: Aus den 1930er Jahren eine hellblau auf der Glasur dekorierte Vase von Jäger sowie noch einen Freimaurerteller der Eisenberger Loge Archimedes vom Waldeshügel mit stärker beriebenem Logo, ein eckiges Kinderservice von Bremer & Schmidt, und die Form 1000 mit Rhöndistel-Dekor dekoriert von Willi Riese, Stadtlengsfeld, fanden Eingang in die Sammlung. Ob ich was wesentliches übersehen habe? Wenn ich es nicht kenne, dann sicherlich, und bei der bunten Vielfalt ist es nicht leicht, voll konzentriert die gesamte Trödelstrecke zu absolvieren – also denkbar. Deshalb spielt die Subjektivität bei der Fundbenennung natürlich auch eine übergeordnete Rolle, da viele Besucher hier anderen eigenen Interessen folgten und teils sehr deutlich zulangten. Viele Besucher dürften dieses Jahr mit gewisser Freude wieder nach Hause gefahren sein. Und genau das motiviert für das nächste Jahr.
Teilnahmebedingungen am Flohmarkt
Die ausführlichen und gültigen Teilnahmebedingungen sind beim Forum-Selb-Erleben erhältlich. Daher hier nur eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Regelungen (von 2026).
Für den Samstags-Flohmarkt in der Selber Innenstadt mit Beginn 8:00 Uhr und Ende 16:00 Uhr gilt:
- Vor Ort weisungsberechtigt sind das Personal der Freiwilligen Feuerwehr Selb und die Beauftragten des Forum „Selb erleben!“ e.V. Wichtig: Jede teilnehmende, ob verkaufende oder besuchende Person haftet für sein Verhalten und dessen Folgen uneingeschränkt. Eine Garantie auf das Stattfinden der Veranstaltung kann nicht gewährt werden.
- Für die Teilnahme am Flohmarkt als Verkäufer ist die erfolgreiche schriftliche Anmeldung und verbindliche Zuteilung eines Standplatzes Voraussetzung. Ein Anspruch auf einen bestimmten bzw. überhaupt einen Standplatz besteht nicht. Die angemeldete Standfläche ist verbindlich (bezüglich der Maximalgröße). Hinweis: Die verfügbaren Standplätze werden grundsätzlich öffentlich verlost.
- Die Kosten eines Standes errechnen sich grob wie folgt (der genaue Unkostenbeitrag ist beim Veranstalter einsehbar): Je angefangener laufender Meter Verkaufsfläche 15 Euro für Stand bis 1 Meter Tiefe, 20 Euro für Stand bis 1,5 Meter Tiefe. Das Aufstellen je Sonnenschirm und oder Pavillon kostet extra. Die Verkaufsfläche wird zentimetergenau kontrolliert und ggf. vorhandene Übermaße lösen eine Nacherstattung aus. Hinweis: Der rechtzeitige Zahlungseingang des Kostenbeitrags mittels Überweisung ist Teil der Anmeldung und bei Nichtzuteilung eines Standplatzes bleibt entweder nur die Warteliste oder es erfolgt die Rücküberweisung. Über die Standhöhe wurde bislang nichts ausgesagt.
- Der Standaufbau darf ab 6:00 Uhr und hat geräuscharm bis 8:00 Uhr zu erfolgen. Der Verkaufsbeginn ist 8:00 Uhr (Marktordnung), dh. vorheriges Verkaufen ist unerwünscht. Der Standabbau darf erst ab 16:00 Uhr erfolgen und der eigene Stellplatz ist ordentlich zu hinterlassen. Hinweis: Eingänge, Zufahrten, Rettungswege und ähnliche Verkehrsflächen müssen unbedingt unverstellt bleiben. Die Zufahrt der Flohmarkt- und Veranstaltungszone mittels Kraftfahrzeug ist ab 7:00 gesperrt.
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Jeder Verkaufsstand ist mit der zugewiesenen Standnummer sichtbar zu versehen - dadurch ist auch nach dem Wochenende eine Identifizierung und Kontaktaufnahme möglich. Hinweis: Die Weitergabeoption kann im Anmeldeformular unterdrückt werden.

- Es besteht ein »Reinheitsgebot«, dh. angeboten werden dürfen ausschließlich gebrauchte - auch antike - keramische Waren (Steingut, Porzellan usw.) aber auch »neuwertige«, jedoch keine Neuware (insbesondere fabrikfrische Ware). Auch Originalwerbung (Ephemera) ist erlaubt. Hinweis: Ob ein irgendwann einmal gekauftes Service, welches dann nie benutzt wurde, oder die vitrinenverwarte Porzellanfigur unter »Neuware« fällt oder ob gar Literatur zum Thema ebenfalls unter das Angebotsverbot fällt, ist derzeit in den Verkaufsregeln nicht ganz klar forumuiert, wäre jedoch sehr fragwürdig! Hier dürfte wohl eher der Gesamtcharakter des Angebotes ausschlaggebend sein, ob das Maß an Unzulässigkeit erreicht ist. Gläser und keramisch freie Bestecke, Tischdekoration, Schmuck u.ä. sind in jedem Fall unerwünscht genau wie Diskussionen mit den Aufsehern, ob hier doch eine Ausnahme möglich ist.
- Die Missachtung selbst einer Teilnahmebedingung kann zu einem sofortigen und oder zukünftigen Ausschluss der Teilnahme führen.
Tipps für Anbieter
Da ein wiederholter Besuch vor Ort immer die gleichen Probleme zeigt, hier ein paar kleine Tipps, wie das Anbieten »entgegenkommender« wirkt.
- Entgegenkommen für »Markentreue« (Sammler, die bestimmte Hersteller(marke) suchen): Markenporzellan, insbesondere Geschirre mit Deckel, mit einem kleinen Aufkleber versehen auf dem der Hersteller steht. Dies senkt die „Angrapschrate“ deutlich und damit die Gefahr von Beschädigung, da das Umdrehen für den Blick auf die markenzierende Unterseite meist wegfällt. Gleiches gilt für Tassen. Aber bitte nicht auf die Vergoldung kleben (!), sofern vorhanden, sondern auf einen nicht-dekorierten Bereich (oder Etikett mit Bändchen verwenden).
- Entgegenkommen für »Schnäppchenjäger«: Zwar schrecken hohe Preise die Jäger und Sammler mitunter ab, jedoch bietet es sich bei den Teilen ab etwa 10 Euro an, diese sichtbar mit einem Preis zu versehen. Die Unterseite oder Rückseite ist dagegen ungeeignet, da dies meist ein Anfassen zum Nachsehen erfordert.
Bleiben Sie jedoch auch realistisch, was den Preis betrifft, denn »der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht« lautet eine alte Volksweisheit und dies gilt auch für Trödelware und Trödelmärkte. - Entgegenkommen für »Resteverwerter«: Wühlkisten passen meist unter den Tisch (Bückware). Trauen Sie Ihrem Urteil nicht uneingeschränkt - denn was jemand zu kaufen bereit ist, kann man nicht am Artikel erkennen! Auch »Kitsch und Krempel« findet mitunter einen Abnehmer. Selbst Küchengeschirr - ob Krüge oder Auflaufformen sind gefragter als erwartet! Es gilt: Was nicht angeboten wird, wird auch nicht gekauft.
- Entgegenkommen für »Ergänzungskäufer«: Viele Besucher hoffen, ihr vorhandenes Service um fehlende Teile zu ergänzen. Interesse besteht also vermehrt an Einzelteilen. Sechs- und mehrteilige Service werden dagegen seltener nachgefragt.
- Entgegenkommen für »Kurzarmige«: Die Auslage bei einer geringeren Standtiefe (hierfür als Beispiel: besser 1 m x 6 m als 1,5 m x 4 m) ist für Menschen mit kurzem Arm sicherer. Auch in mehreren Ebenen (Etagen) anbieten ist besser. Da vor der Kaufentscheidung das Anfassen steht, ist dies letztlich einfacher und sicherer für Verkäufer und Käufer als das Angeln aus des Tisches Mitte. Nebenbei: Auf- und Abbau sind ebenfalls einfacher.
- Umgehen Sie die »Umfallengefahr«: Dekorieren Sie übersichtlich und themenbezogen. Wenn eine Tischdecke als Unterlage, dann eine faltenfreie! Legen Sie die schlanken Vasen oder Figuren usw. einfach der Länge nach hin, so dass auch die Unterseite (Porzellanmarke) gesehen werden kann. Reicht die Standtiefe über eine Armlänge, steigt die Gefahr von Beschädigungen deutlich. Ein umrundbarer Stand erleichtert das Zugreifen auch erheblich.
- Gesucht vs. angeboten: Sie haben noch den Kassenzettel/Rechnung des Service? Unbedingt (mit) anbieten! Sie haben noch die Originalverpackung? Unbedingt mit anbieten! Sie haben noch den Prospekt? Unbedingt anbieten! Denn: Was des einen Abfall ist des anderen Sammelgut oder aber einfach nur gut für weitere Recherchen.

Fotografische Impressionen und Übersichtsplan des Veranstaltungsortes vom samstäglichen Porzellanflohmarkt (Sitemap)
Die hier gezeigten Fotografien wurden während des im jeweiligen Jahr stattfindenden Flohmarktes aufgenommen. Sie mögen weniger berühmt als berüchtigt sein, spiegeln aber reale Momente wieder.




















