Porzellanfabrik Kalk in Eisenberg/Thüringen • Porzellanscherbenformen ab 1900 bis Mai 1945 • Formen, Dekore, Porzellanmarken

Produktvielfalt als Marktstrategie

Der Marktdruck brachte es mit sich, dass in den 1930er Jahren eine Vielzahl von Porzellanscherbenformen geschaffen worden waren. Zudem wurden zur Vermehrung des Produktionsangebotes beispielsweise Tassenformen und Henkelformen beliebig kombiniert. Neben den traditionell gefertigten Formen wie »konisch« (bis ca. 1940) oder »Feston« (bis ca. 1968) sowie anderen klassischen Formen wurden in den 1920er und 1930er Jahren vor allem die kurzlebigen, oftmals dünnwandigen und dadurch bruch­empfindlichen, Art-Deco-Formen hergestellt.
Als am 26. Januar 1935 auch noch ein Feuer in der Porzellanfabrik ausbrach, in dessen Verlauf eine Vielzahl der Formen (z.B. Form »A«, Tafelservice Form »P«, Speiseservice Form »glatt oval«) zerstört worden waren, wurde ein neuer Produktkatalog herausgegeben und vorzugsweise die Produktion auf die neuen Formen - wie z.b. Feston (Kaffee-/Teeservice) hochgefahren. Nach dem Kriegsbeginn wurden Materialen knapp und so wurden auch mal unterschiedliche Formserien zu einem Set mit gleichem Dekor zusammengestellt (Inge-Tasse + Barock-Untertasse + Barockteller oder Tasse 455 + Inge-Untertasse).
Bald nach dem II. Weltkrieg bedurfte es einer Neuaufstellung der Produktion, da sich der Käufergeschmack geändert hatte, aber auch durch den Standort in der sowjetischen Besatzungszone.


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