Hauptseite über die Porzellanfabrik E. Mühlberg (bis Schulz) in Eisenberg/Thüringen

Kurzgefasster Werdegang der Porzellanmanufaktur

Die Porzellangeschichte der Stadt Eisenberg beginnt 1796 mit der Gründung durch Heinrich Ernst Mühlberg aus Roschütz bei Gera. Die herzögliche Bewilligung vom 16. Juni bewirkte er weniger infolge seiner Erfahrungen als Porzellanmaler und seit 1789 Inhaber einer Porzellanmalerei in Gera, sondern dem Inhalt der Anfrage zur Bewilligung der Gründung, in der er schilderte, im bömischen Klösterle bereits die Möglichkeit des Kaufes einer Porzellanfabrik verhandelt zu haben, er selbst aber lieber im Vaterland verbleiben würde.
Mühlberg erhielt nur das Privileg der Porzellanherstellung mit verschiedenen Vergünstigungen, insbesondere steuerrechtlicher Natur. Nicht ausgesprochen wurde das erhoffte Porzellanherstellungsmonopol für Sachsen-Altenburg und auch nicht die alleinige Ausbeute der Tongruben von Roschütz.
Am 11. August 1806 erhielt H.E. Mühlberg zusätzlich das Recht zum Aufstellen und Betreiben einer Steingutfabrik. Mühlbergs Bruder, Johann Anton Mühlberg, machte sich nach mehrjährigem Vorstehen der Eisenberger Porzellanfabrik 1809 selbständig in Form einer Porzellanmalerei in Friedrichstannecke.
Zur Produktion aus der Frühzeit ist heute Nichts sicher bekannt. Nach 1801 bis etwa 1816 wurde mindestens 3mal pro Woche Porzellan gebrannt, danach scheint die Menge an hergestellten Porzellanscherben deutlich rückläufig zu sein und bereits 1819 wurde von einem anstehenden Konkurs überliefert. Eine Ursache für diese Krise lag in der Gründung des preussische Zollsystem von 1818, der einen relativ hohen Importzoll auf Porzellan legte um die preussischen Firmen zu schützen. Im Januar 1826 verstarb der 62-jährige Heinrich Ernst Mühlberg und seine Ehegattin Emilie (geb. Schütz) führte den Betrieb mit Gottlob Strebel weiter. Es gelang ein erneuter Aufschwund und dadurch wurde eine Vergrößerung der Produktionsanlagen notwendig. Mit der Gründung des Deutschen Zollvereins 1833/4 wurden die Bedingungen für den Handel deutlich leichter. So konnte nunmehr über Hauptzollämter von Naumburg und Zeitz 200 Zentner Fertigerzeugnisse (zu je einem Viertel: weiße Fayance, weißes Porzellan, bemalte und bedruckte Fayance und farbiges Porzellan) nach Preußen eingeführt werden.
Karl Ernst Mühlberg übernahm nach dem Tod seiner Mutter Emilie Mühlberg die Porzellanfabrik als Haupterbnehmer. Durch Modernisierungsmaßnahmen (Brennofen) und Beschaffung moderner Formen kam es zu einer Überschuldung des Betriebes und schließlich im November 1854 flüchtete K.E. Mühlberg um dem persönlichen Geradestehen der Außenstände zu entgehen.
Herrmann Schulz übernahm die Verwaltung der Fabrik und führte ab 1856 durch die finanzelle Unterstützung der Stadt Eisenberg in Form eines 1000 Guldenkredites weiter. 1861 bis 1865 firmierte die Fabrik unter dem Namen Herrmann Schulze.

Nach dem Kauf der Porzellanmanufaktur durch Friedrich August Reinecke im Jahr 1865 wurde die Tradition der E-Marke noch für einige Zeit - wahrscheinlich bis Ende 1868 - fortgesetzt. Mit der Gründung der 2. Eisenberger Porzellanfabrik von den Herrn Ludwig Mehlhorn und Eduard Julius Jäger wurde die Ära der E-Marke beendet.

Bekannte Porzellanmarken

Seit wann die Mühlbergsche Porzellanmanufaktur ein E als Porzellanmarke unter und auf der Glasur verwendete, ist unklar. Als Farben für die Marke sind blau, violett und schwarz beschrieben. Verwendet wurde die E-Marke bis ca. Ende 1868, zuletzt von F.A. Reinecke. Die dritte Marke von links ist möglicherweise die jüngste Variante (1855 - 1868).



E

Anmerkung(en):
(1) Die erste Eisenberger Porzellanfabrik - gegründet 1796 von Herrn Heinrich Ernst Mühlberg - markte anfangs mit einem E (mit, aber auch ohne Punkt) für Eisenberg. Die Markung wurde nicht kontinuierlich, jedoch auch noch nach 1865 (bis ca. 1869) verwendet, nachdem Friedrich August Reinecke die Porzellanfabrik erworben hatte.
(2) Sofern die Markung ohne Punkt erfolgte, wird sie auch als 3 (drei) wahrgenommen - eine gewisse Verwechslungsgefahr zwischen Markung und Mahlerzeichnung kann also nicht ausgeschlossen werden.
(3) Es existieren ältere Porzellanteile, die anstatt einer gemalten eine in den Boden eingeritzte E-Marke aufweisen - derzeit unklar ist, ob dies ebenfalls Eisenberg zugeordnet werden kann.
(4) Verwechslungsgefahr besteht mit Porzellanmarken älterer Porzellanmanufakturen wie Manufacture royale de porcelaine de Sèvres oder Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg. Vgl. »E«-Marken in: Ris-Paquot (1879): Dictionnaire des Marques et Monogrammes
 
= Marke: E (handgeschrieben, mit und ohne Punkt)
Zusatz: -
aufgetragen: unterglasur
Farbe(n): grün, blau
verwendet (vermutlich, maximal): frühestens 1796 ??? bis spätestens 1869
verwendet, wahrscheinlich: 1796 bis 1869
sonstiger Zusatz: -
Varianten (als Bilder): -



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