Hintergrund • 1935 - 1945 • Wehrmacht • Kantinengeschirr • Infos

Bedarfe

Kantinengeschirr, hergestellt für die Wehrmacht, gab es von über 50 Porzellanfabriken. Das verwendete Kantinengeschirr war normiert (DIN: 5051 (Teller), 5052 (Tassen), 5053 (Mannschaftsbedarf)), beispielsweise bezüglich Wandungsstärke, Volumina oder Henkelvorgaben.
Unterschieden wurden die militärischen Bereiche Heer, Luftwaffe und Marine - hier gab es für jedes dieser Glieder eine eigene Abnahmemarkung.

Zur Herstellung

Kantinenporzellan mit Abnahmemarkung muss mindestens dreimal in den Brennofen.

Erster Brand

Nach der Ausformung und Trocknung müssen die Scherben in den ersten Brand. Dies ist notwendig damit der Porzellanscherben einerseits porös und andererseits vollständig fettfrei für die Weiterverarbeitung zur Verfügung steht.
• (Plan-A) Bei einer Dekoration bzw. Markung unter der Glasur erfolgt dieselbe nach dem ersten Brand.
• (Plan-B) Sofern keine Dekoration erfolgt, wird der Scherben nun glasiert.

Zweiter Brand

Abhängig von der bisherigen Bearbeitung der Scherben ist entweder
• (Plan-B) ein Scharffeuerbrand/Glasurbrand der nächste Schritt, oder
• (Plan-A) ein Brandgang im Muffelofen zur Enfernung der Öle notwendig, welche bei der Unterglasurdekoration - Porzellanmarke, Abnehmemarkung, Liniendekor - mit auf den Scherben aufgebracht worden waren.

Dritter Brand

• (Plan-B) Nach dem Glasurbrand erfolgt die Aufglasurdekoration - Liniendekor oder Porzellanmarke und Abnahmemarkung - und dann der abschließende Dekorbrand.
• (Plan-A) Unterglasurdekorierte Scherben werden nun glasiert und ein Glattbrand durchgeführt.

Vierter Brand

(Plan-A) Ggf. wird erst jetzt die Porzellanmarke und oder die Abnehmemarkung aufgebracht und mittels Dekorbrand eingebrannt.

Wissenswertes zur Abnahmemarkung

Die Abnahmemarkung kann auf der Glasur aufgebracht sein, aber auch unter der Glasur. Dies ist teils porzellanfirmenabhängig, teils wurde aber auch nachträglich auf Kantinenporzellan eine Abnahmemarkung aufgebracht, dann aber immer auf der Glasur.
Heutzutage existieren vielerlei Porzellanstücke, welche erst nachträglich aus kommerziellen Gründen eine Abnahmemarkung auf der Glasur aufgebracht bekamen. Dies ist beim Erwerb unbedingt zu beachten. Unter der Glasur liegende Abnahmemarkungen lassen sich nicht so ohne weiteres fälschen.
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